Netzwerken im „Goldenen Löffel“

Wie war ich, Liebling? Management-Kolumne von Barbara Schneider, erstveröffentlicht in DIE WELT/KARRIEREWELT vom 09. Juni 2012

Der Tag fängt nicht gut an, denkt Marion, zu enger Rockbund, zu enger Terminkalender. Am liebsten würde sie das Mittagessen mit Hoffmeister, dem neuen Marketingmann, ausfallen lassen. Sie checkt kurz die Prioritäten – Was ist dringend? Was ist wichtig? – und beschließt, dass es schließlich wichtigere Dinge gibt als das dringend fällige Diätprogramm. Die Beziehungsmaschinerie will bedient werden. „Konzentrier‘ dich in der ersten Zeit vor allem aufs Kontakte knüpfen, dich kreuz und quer zu verdrahten, das ist das A und O im neuen Job“, hatte der Gatte ihr damals beim Führungswechsel eingeimpft und sie prompt einen Kurs zur Entwicklung ihrer Relationship-Kompetenzen (klingt teurer als Kontakte, war es auch) gebucht. Lieber mal die Letzte an der Bar als immer die Erste im Büro, so die simple Botschaft des Netzwerkroutiniers. Saufen für die Karriere sei damit natürlich nicht gemeint. „Da sollte man vorsichtig sein, gerade als Frau“, pflegte der Profi zu sagen. Mit Hoffmeister ging es natürlich nicht an die Bar, sondern in den „Goldenen Löffel“, so der Spitzname für die Führungskreis-Kantine. Members only!

Hoffmeister hebt gleich groß an , schwadroniert über Strategien und gibt den Gendertrainierten. „Mehr Frauen im Management, ganz mein Reden, female factor – ein absolutes Muss für uns Marketingprofis.“ Er hörte nicht auf sie zu hofieren. „Frau Kollegin, wir sollten die gemeinsamen Themen unbedingt auf dem Radar behalten.“ Ich dich auch, schoss es Marion durch den Kopf.

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