Was Frauen nach oben bringt und was nicht

Keine Frage, die Startvoraussetzungen für Frauen haben sich in den letzten zwanzig Jahren enorm verbessert. Anfang der 90er, als meine Karriere in Schwung kam, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass wir uns im Jahr 2014 überhaupt noch mit dem Thema beschäftigen werden bzw. es intensiver denn je tun. Geschweige denn, dass ich zwei Bücher zu dem Thema schreiben würde. Nicht, weil ich nicht schreiben wollte, sondern weil ich (und auch die Experten) damals angenommen haben, das Thema Frauen in Führungspositionen hätte sich längst erledigt. Es ist anders gekommen und wir wissen heute: Aus Einstieg lässt sich nicht automatisch Aufstieg ableiten und die Hürde für Frauen ist nicht das Reinkommen, die Hürde ist das Hochkommen.

Nun ist wieder eine Studie erschienen, die – wer hätte das gedacht – auch die üblichen Erkenntnisse liefert. Lt. Staufenbiel-Studie sind es vor allem die Männerzirkel, eine nicht gelebte Diversity-Kultur und die anderen Prioritäten von Frauen, die den weiblichen Nachwuchs auf dem Weg nach oben ausbremsen.

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, auf einen einfachen Nenner gebracht: es liegt an Männern, Kindern und uns selbst. Es gibt in diesem Thema längst kein Erkenntnisproblem mehr, sondern ein Umsetzungsproblem, auf neudeutsch: eine knowing-doing-gap. Mit Studien scheinen wir die nicht schließen zu können.

 

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