Blog-Archive

Ich nehme an, auch in Ihrem Unternehmen ist die moderne Führungskultur des Digital Leaderships in aller Munde. Wie auch immer man es definieren mag, es scheint für alles das zu stehen, was die Führungskultur der Old Economy infrage stellt.

Wenn ich aus meinen Coachingfällen ein Resümee ziehe, dann dass manche Führungskräfte es sich unter dem Deckmantel „digitale/disruptive Führung“ etwas zu einfach machen, sie immer öfters mit solchen Sätzen delegieren wie „Klärt das unter euch“ oder, je nach Unternehmenssprache, „Feel free…“, wenn Mitarbeiter mit Fragen und Problemen zu ihnen kommen. Wir sollten uns daran erinnern, dass Sprache als Spiegel des Bewusstseins Einfluss auf unser Verhalten nimmt.

Mag sein, dass in der traditionellen Führungskultur mehr Chefs und Chefinnen dazu neigen, sich einzumischen und damit längere Entscheidungswege produzieren. Natürlich kann das – je nach Ausmaß – nerven und auch bremsen, aber es hat auch den Aspekt des Kümmerns: Mitarbeiter unterstützen, Orientierung geben, Zuständigkeitsbereiche verteidigen.

Überall heißt es, die modernen Mitarbeiter der Generationen Y und Z wollen mehr Eigenverantwortung, Entscheidungsfreiheit und Entfaltung. Aber Studien zeigen auch, dass sie sich um ihre berufliche Zukunft sorgen, ihnen unbefristete Arbeitsverträge und Werte wie Sicherheit oder Rücksichtnahme auf Familie und Freizeit wichtig sind. Auch wenn es Unterschiede zwischen den Generationen gibt, sollten wir nicht vergessen, dass es auch erhebliche Unterschiede zwischen den durchaus sehr verschiedenen Menschen einer Generation gibt.

Bevor Sie alles über Bord werfen, wagen Sie einen Blick zurück. Nie ist alles schlecht am Alten, finden Sie das Gute im Altbewährten und wertschätzen Sie es. Das gilt für jedes Change-Vorhaben. Anzutreten mit dem Veränderungswahn „Hier bleibt kein Stein mehr auf dem anderen – alles nicht mehr zeitgemäß“ hat noch nie funktioniert. Kein Führungskonzept hat sich bisher als ultimativ richtig erwiesen, denn Menschen und Organisationen sind höchst unterschiedlich. Viele Führungsfunktionen wie zum Beispiel Kommunikator, Konfliktmanager, Kontrollinstanz, Orientierungsgeber bis Vertrauensperson und Vorbild dagegen sind sinnvoll.

Führung ist tägliche Arbeit, sonst bräuchten wir sie nicht. Ein Führungsstil, der weitgehend auf das Eingreifen von Führungskräften in die Arbeitsabläufe verzichtet, kann an bestimmten Stellen zielführend sein, ist aber nicht immer und überall die Lösung. Die Balance zu finden zwischen Fortsetzung und Flexibilität, zwischen Verantwortungsübernahme und -abgabe ist eine Herausforderung. Und eine Frage der Erfahrung.

Ein Kommentar von Barbara Schneider, 2competence, erschienen im Hamburger Abendblatt am 12. Mai 2018

Veröffentlicht unter Allgemein, At the Top, Coaching Moments, Talking | Verschlagwortet mit , , , Kommentar

Der Bürosegen hängt mal wieder schief, der Kollege verbreitet seit Tagen schlechte Laune, die Chefin hat gerade alles andere als ein offenes Ohr. Machen Sie das Beste aus der Situation, statt auf die Geschäftsführung zu schimpfen. Natürlich sollen Vorgesetzte Vorbild sein, dennoch sind auch sie nur Menschen, und wer auf die perfekte Führungskraft hofft, kann unter Umständen sehr lange warten. Werden Sie aktiv, damit dieser Zustand nicht von Dauer ist – auch als Mitarbeiter tragen Sie zum Arbeitsklima bei. Die Glücksforschung weiß: Wer andere glücklich macht, macht auch sich selbst glücklich.

Tragen Sie Ihr Lächeln in die Bürowelt. Ich weiß, ein alter Hut, aber immer wieder wirkungsvoll, man muss es nur tun – und manchmal erst recht, wenn einem nicht danach zumute ist. Lächeln Sie die Leute bewusst an und freuen Sie sich daran, dass Sie anderen etwas Gutes tun. Den gleichen Effekt erzielen wir mit „Danke“. Wir sagen es zu selten und meistens nur für die großen Dinge. „Danke, dass du das für mich tust“ oder „Danke, das hat sich gut angefühlt“ kommt uns kaum über die Lippen.

Hören Sie zu – egal ob am Telefon oder im persönlichen Gespräch. Hören Sie wirklich zu, statt auf eine Lücke zu lauern, um dann mit einer eigenen Geschichte ins Gespräch zu grätschen. Wir spüren alle, ob der andere uns Aufmerksamkeit schenkt oder sein Interesse nur vortäuscht und sich am liebsten selbst reden hört. Aufmerksames Zuhören ist Wertschätzung vom Feinsten. Ganz nebenbei lernt man etwas Neues, bekommt nützliche Informationen oder schenkt dem anderen einfach einen kostbaren Wohlfühlmoment. Den schafft man auch durch ein Kompliment.

Und vergessen Sie das Feiern nicht. Sorgen Sie für Entspannung. Etablieren Sie Rituale. Wenn Sie am Ziel sind, feiern Sie Ihren Durchbruch, statt gleich wieder zur Tagesordnung überzugehen. Setzen Sie bewusst einen Schlusspunkt. Wenn wir unsere Erfolge nicht wahrnehmen, stellt sich auch kein Erfolgsgefühl ein. Kosten Sie dieses Hochgefühl aus.

Wenn Sie Führungskraft sind, machen Sie sich und Ihren Mitarbeitern bewusst, was Sie erreicht haben, loben und belohnen Sie sie. Organisieren Sie spontan eine Freudenfeier für das erfolgreiche Projekt, den an Land gezogenen Auftrag, die gelungene Präsentation beim Vorstand. Zeigen Sie, dass Sie stolz sind auf das, was Ihr Team geschafft hat. Werfen Sie gemeinsam einen Blick auf Gelungenes. Holen Sie Chef-Chef dazu. So hat er Kontakt zur Basis, Sie können die Gesamtleistung gleich vor Ort verkaufen, und Ihr Team wird angespornt. Gewinner auf der ganzen Linie!

Ein Kommentar von Barbara Schneider, 2competence.de, erschienen im Hamburger Abendblatt vom 10. März 2018

Veröffentlicht unter Allgemein, Job Talk, Karriere-Impulse, News | Verschlagwortet mit , , , Kommentar

Ein Kommentar von Barbara Schneider, Hamburger Abendblatt v. 23.12.2017

Heute ist der letzte Tag des Vorweihnachtstrubels, dann haben Sie es geschafft. Und Sie nehmen sich vor: Nächstes Jahr wird alles anders.

Doch Vorsicht, von allein ändert sich nichts. Alles bleibt beim Alten, wenn wir nicht lernen loszulassen und Platz zu schaffen für Neues. As sich anhört wie aus der Esoterikecke, ist ein effektives Führungsinstrument namens Delegation, das im Führungsalltag gerne vernachlässigt wird. Wieso? Die Motive sind unterschiedlich. Manche Führungskräfte handeln aus Unsicherheit: „Kann ich meinen Leuten noch mehr zumuten? Sie stöhnen doch schon über zu viel Arbeit. Ich möchte nicht, dass sie denken, ich schaffe das nicht oder dass sie an meiner Kompetenz zweifeln. Was ist, wenn Müller das besser bewältigt als ich?“ Andere überschätzen sich selbst: „Bis ich das jemanden erklärt habe, habe ich es schnell selbst gemacht. Ich habe doch sowieso nicht den richtigen Mitarbeiter für diese Aufgabe. Nur was ich selbst mache, wird wirklich erledigt.“

Machen Sie ruhig weiter mit dem Mikromanagement, aber dann beschweren Sie sich auch nicht, wenn Ihnen keine freie Minute für wesentliche Dinge bleibt und Ihr Chef sich wundert, wieso Sie die erwarteten Veränderungen und Verbesserungen immer noch nicht in Angriff genommen haben. Und seien Sie nicht überrascht, wenn sich Ihre Mitarbeiter aus Mangel an Motivation in die innere Kündigung zurückziehen oder demotiviert das Weite suchen. Mitarbeiter wollen ihr Potenzial entfalten und in ihrer Fachkompetenz erkannt und anerkannt werden. Führungskraft zu werden heißt aucht, etwas lassen zu können – vor allem alte, lieb gewonnene Aufgben, um Kraft an der richtigen Stelle einzusetzen. Getreu einem bekannten Denkspruch aus dem Führungsalltag: „Nicht nur die Dinge richtig tun, auch die richtigen Dinge tun.“

Delegieren bedeutet aber nicht, ungefiltert Aufgben und Aufträge den Mitarbeitern auf den Schreibtisch zu kippen. Gutes Delegieren braucht gute Vorbereitung. Das ist das Einmaleins: Was – Wer – Wie – Warum – Wieso? Welche Aufgabe oder Teilaufgabe soll delegiert werden? Wer ist die oder der Richtige für den Job und weshalb? Welche Vorstellungen habe ich für die Umsetzung, welche der Mitarbeiter? Was braucht es noch? Welche Zwischengespräche planen wir ein, in welchen Abständen? Welche Bedeutung hat die Aufgabe oder das Projekt? Was wollen wir damit erreichen? Wie sieht der Zeitplan aus?

Da kommen mir die Zeilen des deutschen Dichters Eugen Roth in den Sinn: „Ein Mensch sagt – und ist stolz darauf – es geh‘ in seinen Pflichten auf. Bald aber, nicht mehr ganz so munter, geht er in seinen Pflichten unter.“ Nehmen Sie sich für das neue Jahr mehr Delegieren vor und bleiben Sie konsequent dran.

2competence.de

Veröffentlicht unter Allgemein, Coaching Moments, Karriere-Impulse, News | Verschlagwortet mit , , , , , Kommentar
Veröffentlicht unter Allgemein, Karriere-Impulse, Meeting, News, Termine | Verschlagwortet mit , , , Kommentar

Thema der 6. Mixed Leadership Conference: „Future of Work“ am 01. März 2018 in München

Die Zukunft der Arbeit verändert maßgeblich unsere Art der Zusammenarbeit und wie wir arbeiten. Gute Voraussetzungen für mehr gemischte Führungsteams. Wie wir diesen Wandel erfolgreich gestalten, Stolpersteine identifizieren und mögliche Hindernisse überwinden unter Einflussfaktoren wie Künstliche Intelligenz und New Work, erleben Sie auf der Mixed Leadership Conference.

Erleben Sie hochkarätige Speaker zu inspirierenden Themen wie Künstliche Intelligenz, New Work, Digital Leadership, Gender Diversity.

Die Konferenz bietet Ihnen eine starke Plattform und einen anspruchsvollen Austausch mit führenden Frauen und Männern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Mehr Informationen und Anmeldung unter leadingwomen.de

Good news: Bei Anmeldung mit dem Stichwort „Managerinnentalk“ erhalten Leserinnen von managerinnentalk.de  15 % Nachlass auf den jeweiligen Ticketpreis

Veröffentlicht unter Allgemein, At the Top, Karriere-Impulse, Meeting, News, Termine | Verschlagwortet mit , , , , , Kommentar

Die größte Herausforderung beim Wechsel in einen neuen Job liegt nicht in der fachlichen Qualifikation, sondern in den überfachlichen Kompetenzen – nämlich wie die oder der Neue zum Unternehmen passt. Anders ausgedrückt: ob er sich mit den Gepflogenheiten in der Firma vertraut macht. Darauf kommt es nämlich an, vor allem in den ersten 100 Tagen.

Firmenkultur, das meint nicht nur das, was wohlformuliert auf der Unternehmenswebsite steht, dazu gehören in erster Linie die inoffiziellen und ungeschriebenen Spielregeln. Gerade diese geheimen Codes sind umso wichtiger, je höher man einsteigt. Schnell stößt man sonst notwendige Unterstützer vor dem Kopf, verliert an Glaubwürdigkeit und provoziert Gegenreaktionen. Unterschiedliche Unternehmen haben unterschiedliche Kulturen.

Mein Rat: mit vielen Leuten reden und vor allem zuhören. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Viele vernachlässigen das Hören vor lauter Sprechen, denn nach außen wirkt Zuhören passiv, auch wenn es ein hoch aktiver Konzentrations- und Denkprozess ist.

Wenn es sich um den ersten Jobwechsel handelt oder wenn man beim alten Arbeitgeber einige Jahre verbracht und interne Karriereschritte gemacht hat, ist einem die Firmenkultur des vorherigen Arbeitgebers in Fleisch und Blut übergegangen. Da hat man es nicht auf der geistigen Agenda, wie die Gepflogenheiten beim neuen Unternehmen sind. Dazu ein eindrucksvolles Beispiel, von dem ich vor einiger Zeit hörte:

Ein hochrangiger Mitarbeiter, der neu ins Unternehmen geholt worden war, hatte sich selbst aus dem Rennen für eine Geschäftsführungsnachfolge katapultiert. Man hatte ihm den Geschäftsführerposten in Aussicht gestellt, und das war kurz darauf in den Medien zu lesen. Dass er wahrscheinlich zum Geschäftsführer aufsteigen sollte, hatte er allerdings selbst der Presse gesteckt, worüber das Unternehmen ganz und gar nicht begeistert war. Eigenständige Presseaktivitäten von Mitarbeitern waren in dieser Firma ein Tabu.

„Wie kann man nur?!“, schallt es dann, und: Ungeschickter kann man sich nicht einführen. Der Meinung will ich mich nicht anschließen. Doch man hätte es vermeiden können. In seiner früheren Tätigkeit, vermute ich, war der direkte Umgang mit der Presse für den Mitarbeiter selbstverständlich, er hatte Journalisten Rede und Antwort gestanden. Hinter seiner Aktion steckt wohl ein überaus menschlicher Mechanismus: Wir neigen dazu, auf die Dinge zu vertrauen, die bislang funktioniert haben.

Gerade beim Jobwechsel müssen wir unsere vertrauten „Werkzeuge“ aber kritisch betrachten: Was passt noch? Was passt nicht mehr? Wir müssen Tabus oder Nichtthemen identifizieren, die es in jedem Unternehmen gibt. An solchen heißen Eisen sollte man sich als Neuer oder Neue nicht die Finger verbrennen. In besagter Firma, die konservativer war als der frühere Arbeitgeber des Mitarbeiters, war es ein ungeschriebenes Gesetz, dass nur der Firmeninhaber Kontakt zu den Medien pflegte. Was in einer Unternehmenskultur üblich ist und funktioniert, kann in einer anderen kläglich scheitern. Beim Erkunden des neuen Mikrokosmos sind Perspektivwechsel und kritische Selbstreflexion äußerst nützliche Eigenschaften.

Dr. Barbara Schneider ist Coach, Autorin und Vortragsrednerin. Im Internet: 2competence.de

Erschienen im Hamburger Abendblatt und auf abendblatt.de

mehr

Veröffentlicht unter Allgemein, Karriere-Impulse, News, Talking | Verschlagwortet mit , , , Kommentar

Als innovativer Konzern der chemischen Industrie produziert unser Klient maßgeschneiderte Produkte und Lösungen für die weiterverarbeitende Industrie. Das vielfältige Produktportfolio erstreckt sich über die Herstellung von Wasch- und Reinigungsmitteln, Farben und Lacken, Kosmetika und pharmazeutischen Produkten bis zu Katalysatoren, Hochleistungsschleifmitteln, Kunststoffadditiven u.v.m.

Für das Werk im nördlichen Ruhrgebiet suchen wir eine

Veröffentlicht unter Allgemein, Job Talk, News, Talking | Verschlagwortet mit , , , Kommentar

Frauen leiden häufig unter dem Dornröschen-Syndrom, wenn es um ihre eigene Karrierelaufbahn geht: abwarten und schweigen. Stattdessen sollten sie lieber kein Geheimnis aus den eigenen Ambitionen machen, denn schließlich kann keiner Gedanken lesen. Diesen und andere wertvolle Tipps für Frauen auf dem Weg nach ganz oben hat die Karriereberaterin und Bestselller-Autorin Barbara Schneider.

Frau Dr. Schneider, woran liegt es, dass nach wie vor Männer die besseren Jobs bekommen?

Im Prinzip an drei Haupthürden. Erstens an den männlich geprägten Macht- und Managementstrukturen, den inoffiziellen Spielregeln und Beförderungsmechanismen im sogenannten ‘inner circle’, in dem Frauen immer noch fehlen. Dieses Fehlen hat dann zur Folge, dass man Frauen gar nicht auf dem Zettel hat, wenn die Beförderungsspiele laufen. Vielleicht grenzen Männer Frauen nicht bewusst aus, sondern vielmehr die eingefahrenen Denk- und Verhaltensweisen, die Vorstellung darüber, wie ein Chef sein sollte. Zweitens die Vereinbarkeit beziehungsweise Unvereinbarkeit von Kind und Karriere. Frauen tragen hier immer noch den Löwenanteil der Mehrfachbelastung. Die bewusste Wahl eines zu den eigenen Berufs- und Lebensvorstellungen passenden Partners ist ein nicht unwesentlicher Erfolgsfaktor für die weibliche Karriere. Und drittens: frauentypische Bremsen und Blockaden wie zu wenig Selbstmarketing und zu viele Selbstzweifel. Frauen neigen dazu, ihr Licht unter den Scheffel und sich selbst in Frage zu stellen, gucken erstmal genau da hin, was sie noch nicht können, wo sie noch nicht perfekt sind. Dies führt dazu, dass sie sich selbst zurückhalten, während die lieben Kollegen mit Mut zur Lücke an ihnen vorbeiziehen.

Können Sie dazu ein Beispiel nennen? 

Mein eigenes Schlüsselerlebnis vor Jahren war, als ich eine Woche um eine Stellenanzeige gekreist bin, von der ich dachte, die ist locker anderthalb Nummern zu groß. Die Freundinnen, mit denen ich mich damals besprach, haben mich allesamt in meinen Selbstzweifeln bestätigt. Das war nett gemeint und durchaus angenehm, brachte mich aber nicht weiter. Die Reaktion eines Mannes: ‘Mensch, Barbara, wo ist das Problem? Wenn du fünf Leute führen kannst, kannst du auch fünfunddreißig führen.’ Ein wahrer wake-up-call! Und mit der Stelle hat es auch geklappt.

Fühlen sich Männer von erfolgreichen Frauen bedroht?

Da müsste man die Männer fragen. Nein, im Ernst, natürlich sind die Zeiten definitiv vorbei als es gerne mal hieß, Frauen laufen außer Konkurrenz. Sie sind längst Mitbewerberinnen auf Augenhöhe und die begehrten Posten und Pöstchen wachsen nun mal nicht in den Himmel, demografischer Wandel hin oder her. Und die Formel ist ja ganz einfach: mehr Frauen in Führungspositionen bedeuten zwangsläufig weniger Männer. Aber der, der um seinen Stuhl fürchtet, fühlt sich in der Regel nicht nur von Frauen bedroht, sondern auch von Männern. mehr

Veröffentlicht unter Allgemein, Karriere-Impulse, News, Talking | Verschlagwortet mit , , Kommentar

Immer wieder taucht in meinen Vorträgen über Hürden und Erfolgsfaktoren für Frauen die Frage auf, wer nun die besseren Netzwerker sind – Männer oder Frauen – und ob sich Frauennetzwerke überhaupt lohnen.

In diesem Zusammenhang ein interessantes Forschungsergebnis: Studien haben gezeigt, dass Frauen miteinander telefonieren, um sich über ihr Befinden auszutauschen, Männer rufen ihre Freunde an, wenn sie eine Information brauchen. Und dieses Anzapfen von Informationen – womit natürlich keine Betriebsgeheimnisse gemeint sind – sollten wir ruhig öfters betreiben. Die meisten Menschen fühlen sich geschmeichelt, wenn sie jemand um einen Gefallen bittet.

Nun ist meines Wissens auch nicht jeder Mann per se ein begnadeter Netzwerker. Deshalb erwarten Sie von mir hierzu keine endgültige Antwort, aber einige Erfahrungen, Beobachtungen und Tipps zum Thema Networking habe ich parat.

Sehen und gesehen werden

Gehen Sie vor die Bürotür. Verlassen Sie Ihre vier Wände, um Kontakte zu knüpfen und Informationen zu erhalten, zu denen Sie sonst vielleicht keinen Zugang hätten. Es sind oftmals die informellen Nachrichten, die wichtig sind. Schaffen Sie Möglichkeiten, gesehen zu werden, damit es zu den beiläufigen Gesprächen kommt, die die Basis für Beziehungen sind. Ein persönliches Unterstützer-Netzwerk ist etwas außerordentlich Nützliches und verschafft Ihnen viele Vorteile: Erfahrungsaustausch, Impulse und Ideen, neue Sichtweisen, Synergien, voneinander lernen und miteinander Geschäfte machen.

Das Schöne am Netzwerken: Ein persönliches Kontaktnetz öffnet Türen. Wenn man erst einmal anfängt, ergibt sich schnell ein Multiplikatoreffekt und Sie erhalten Zugang zu weiteren Netzen und neuen Kontakten.

Kontaktkompetenz für die Karriere

Sie sagen wieder einmal die Tagung mit anschließendem Dinner ab oder lassen die Vernissage sausen, weil Sie bis über beide Ohren in Arbeit stecken? Manche Menschen – darunter auch viele Männer – flüchten sich gern in Fachkenntnisse, statt Beziehungsaufbau und Netzwerkpflege zu betreiben. „Entschuldigung, dafür habe ich keine Zeit“, heißt es dann, „das hält mich nur von der eigentlichen Arbeit ab.“

Netzwerken ist Arbeit und Netzwerktermine sollten Sie als echte Geschäftstermine betrachten. Denn sonst gehen Ihre Kontaktpflegeaktivitäten im Tagesgeschäft unter und Ihre Beziehungen über kurz oder lang baden. Legen Sie lieber hin und wieder eine Nachtschicht beim Networking ein als im Büro. Vor allem als Führungskraft gehört Kontaktmanagement zum eigentlichen Kern Ihrer Aufgaben. Persönliche Verbindungen liefern Ihnen wichtige Unterstützung, Feedback, Zugang zu Informationen und Geschäftspartnern, Austausch und Ansehen.

Frauen denken oftmals: „Ich will nicht aufsteigen, weil ich jemanden kenne, sondern weil ich gut bin.“ Wenn Sie gut sind und Sie keiner kennt, haben Sie aber ein Problem. Ein stabiles Netzwerk hat nichts mit anrüchigem Vitamin B oder Vetternwirtschaft zu tun, sondern viel mit sozialer Kompetenz. Beziehungsnetze belegen, dass Sie ein Team-Player sind. Führungskräfte brauchen die Fähigkeit, andere für sich und die eigenen Ideen und Ziele zu gewinnen. Kontaktkompetenz ist deshalb bei Führungskräften quasi so etwas wie ein beruflicher Qualifikationsausweis. Oder wie es der Managementautor Gilles Azzopardi auf einem Buchtitel ausdrückt: „IQ may get you a job, EQ will get you promoted.“

The mix matters

Achten Sie auf eine Vielfalt von Verbindungen. Knüpfen Sie Kontakte nicht nur im Kreis Ihrer Kollegen oder Ihres Berufsumfeldes, sondern in verschiedenen Bereichen. Menschen aus anderen Branchen und mit anderer Ausbildung bringen andere Denkweisen und anderes Know-how mit. Das schult auch die interpersonale Kompetenz. Eine Vielfalt an Kontakten aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Sport usw. bringt eine Vielfalt an Informationen, Impulsen und Wissen. mehr

Veröffentlicht unter Allgemein, Karriere-Impulse, Networks, Talking | Verschlagwortet mit , , , Kommentar

Jeder Wechsel in eine neue Position ist für Führungskräfte eine Schlüsselerfahrung. Kein Wunder, wenn man bedenkt, was alles auf den oder die Neue zukommt: Die neue Organisationsstruktur und Unternehmenskultur verstehen, das Team hinter sich bringen und eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen, Einflussnetzwerke erkennen und nutzen, das eigene Beziehungsnetz aufbauen, erste Ergebnisse und Erfolge erzielen uvm. Dem bewussten Gestalten der Wechselsituation – den berühmten ersten 100 Tagen – kommt eine zentrale Bedeutung zu. Einerseits machen Sie den nächsten Karriereschritt, andererseits fangen Sie in vielen Bereichen wieder bei Null an, müssen zahlreiche Bewährungsproben meistern und sich neu auf die Erfolgsspur setzen.

Noch wenige Plätze für das 1-Tages-Seminar „Fit für die neue Führungsposition“ am 2. November 2017 beim Handelskammer-Bildungsservice

Veröffentlicht unter Allgemein, At the Top, Karriere-Impulse, News, Talking | Verschlagwortet mit , , , , Kommentar