Wie war ich, Liebling? Management-Kolumne von Barbara Schneider (erstveröffentlicht in DIE WELT/KARRIEREWELT vom 18.02.2012)
Marion weiß, was es heißt, dem oberen Führungskreis ihr Konzept vorzutragen. Nämlich vor allem eins: sich nicht aus demselbigen bringen zu lassen. Meyer würde sich als erster auf die Zahlen stürzen. “Frau Schäfer”, würde er sagen, “Ihre Zahlen, die stimmen doch überhaupt nicht.” Früher war sie bei solchen Frontalangriffen kurz vorm Kollaps gewesen, hatte sich sofort den Schuh, den ihr Chefcontroller Meyer in schöner Regelmäßigkeit hinstellte, angezogen. Aber: Die Zeiten sind vorbei. Marion hat dazu gelernt. Zwölf Jahre mittleres Management in einem männerdominierten Industrieunternehmen sind nicht umsonst gewesen.
Etliche Gespräche mit dem Gatten haben ihr geholfen Behauptungen erst einmal als bloße Behauptung zu identifizieren. Heute erkennt sie Meyers Absicht: sich in Szene zu setzen vor Hartmann, dem gemeinsamen Chef. Dabei weiß doch jede Frau, die sich anschickt, aufzusteigen, dass diese Spiele so gespielt werden in den Führungsetagen. Jetzt spielt Marion mit und lässt die ihr angebotenen Schuhe stehen. Soll sie sich doch jemand anderer anziehen.
Sie muss grinsen, als sie an die Szene beim Italiener denkt, die ihr der eigene Gatte machte. “Es geht bei solchen Strategiesitzungen doch nicht um die Sache”, hatt er ihr nach dem ersten Fiasko eingebläut. Er war fassungslos, mehr
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Aufgelesen: Auf Forbes.com denken Michael Noer und Elizabeth Corcoran über Doppelkarriere-Beziehungen nach und liefern dazu allerhand statistisches Beiwerk. Sein Punkt: “Don’t Marry Career Women”. Ihr Punkt: “Don’t Marry A Lazy Man”. Am Ende gilt wie für alle Studien: Vorsicht, Korrelation nicht mit Kausalität verwechseln. Das wird ja gerne mal getan, auch wenn es um mehr Frauen im Management geht. Wenn es regnet, spannen viele Menschen den Regenschirm auf (positive Korrelation); wenn viele Menschen den Regenschirm aufspannen, regnet es nicht zwangsläufig (keine Kausalität). Viele Studien, wie z. B. die von McKinsey, weisen eine positive Korrelation zwischen Frauen im Top-Management-Team und der Eigenkapitalrendite eines Unternehmens auf. Daraus abzuleiten, man müsse einfach mehr Frauen ins Leadershipteam setzen (womöglich noch per Quote) ist nicht nur zu einfach gedacht, sondern auch falsch abgeleitet.
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Buch der Woche: “Teams führen” von Rainer Niermeyer. Rezension von Wolfgang Hanfstein: managementbuch.de
Dass gute Teams hervorragende Arbeit leisten können, hat sich inzwischen herumgesprochen. Wie man es aber anstellt, “gute” Teams am Start zu haben, bleibt ein Geheimnis. Kein Wunder, ist doch in den seltensten Fällen klar, ob es sich wirklich um Teams handelt – oder eben um Abteilungen oder Gruppen oder einfach um Menschen, die mehr oder weniger aus Zufall in einem Raum zusammen arbeiten. Deshalb fängt Rainer Niermeyer in seinem praktischen Handbuch zur Teamarbeit “Teams führen” (Haufe 2012) mit Aufräumarbeiten an. Und präsentiert dann den wirklichen Teamleitern schön übersichtlich die wichtigsten Methoden und Instrumente. Keine Rocket.Science, aber solides Handwerk.
Wenn keiner weiß, wo es lang geht, kommt auch keiner an
Ich vermute mal, dass neun von zehn Beschäftigten, die in einem sogenannten Team arbeiten, keine Ahnung von den Zielen haben, die das Team erreichen soll. Das liegt daran, dass der Teamleiter meist auch nicht weiß, was seine Aufgaben als Teamleiter sind. Folge sind demotivierte Menschen, die sich zumindest innerlich verabschieden. Dabei bietet doch gerade Teamarbeit vielfältige Möglichkeiten, die unterschiedlichsten Fähigkeiten und Talente der Einzelnen zur Entfaltung zu bringen. Zum Wohle der Ergebnisse, für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und damit des eigenen Arbeitsplatzes. Das Buch “Teams führen” des Ex-Kienbaum-Mannes Rainer Niermeyer zeigt, wie Teamleiter diese Schätze heben können. mehr
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Am 5. Mai geht in Bonn der Messe-Kongress “women&work” in die zweite Runde. Kurzinfo: Über 80 Top-Unternehmen präsentieren sich auf der Karrieremeile. Das vielfältige Kongressprogramm bietet Vorträge, Foren, Vier-Augen-Gespräche mit Headhunter und vieles mehr. Zudem findet in der Leadership-Lounge das Jahrestreffen weiblicher Führungskräfte statt. Zum Programm
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Weihnachten ist vorbei. Natürlich mal wieder viel zu schnell. Kaum Zeit für besinnliches Nichtstun. Bürofeiern und Besorgungen halten uns auf Trapp statt uns Zeit zu nehmen, Bilanz zu ziehen. Als Führungskraft die Mitarbeiter nicht nur auf einen Umtrunk zusammen trommeln, sondern um das alte Jahr mal ganz bewusst Revue passieren lassen: Was ist gut gelaufen in diesem Jahr, was nicht? Was wollen wir weiter machen, was hat sich überholt und können wir lassen, was anders machen oder neu einführen? Wer schleppt nicht irgendwelche Altlasten, Auswertungen, Aufgaben oder auch Meetings mit, deren Sinn sich nicht erschließt, aber immer schon so gemacht wurden. Solche Entsorgungsrunden, regelmäßig durchgeführt, wirken Wunder, nicht nur in Sachen Effizienz, sondern auch für die Mitarbeitermotivation.
Die Kunst des Zuhörens
Dafür braucht es keine großformatige Motivationskampagne. Einfach (und das ist ja bekanntlich schwierig) mal den Leuten Fragen stellen und ihr Wissen anzapfen. Und dann zuhören. Sich zurücknehmen und sich anhören, was Mitarbeiter bewegt, bedrückt, sie anders machen würden. Das auszuhalten, als Chef oder Chefin nicht immer sagen zu müssen, wo es langgeht, nicht immer die beste Idee haben zu müssen und den längsten Redeanteil – das ist die Kunst. Statt in schlechter Managermanier zu schnauben: Das muss in Zukunft anders gemacht werden. Menschen arbeiten nicht für Geld allein, sondern es geht ihnen auch um Anerkennung und Aufmerksamkeit wie wir jeder Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit bzw. Unzufriedenheit entnehmen können. mehr
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Verschlagwortet mit Führung, Management
Buch der Woche: “Keine Ausreden: Die Kraft der Selbstdisziplin” von Brian Tracy. Rezension von Wolfgang Hanfstein: managementbuch.de
Ein Jahreswechsel ist ja immer auch ein willkommener Anlass für den persönlichen Rückblick und Ausblick. Da kommt das neue Buch von Brian Tracy “Keine Ausreden. Die Kraft der Selbstdisziplin” gerade recht. Es nimmt viele der bekannten Erfolgs-Regeln aus dem Blickpunkt der Disziplin ins Visier. Und liefert mit vielen Fragen eine prima Vorlage, um aus den schnell dahingesagten Vorsätzen ein wirkliches Lebensprogramm zu entwickeln. Auch wer schon einige Bücher dieser Sorte gelesen hat, wird auf seine Kosten kommen. Denn wie bei jedem Training macht auch beim Erfolgstraining erst die Übung und damit die konsequente Wiederholung den Meister.
Nicht nehmen, was kommt, sondern wählen, was man will
“Keine Ausreden. Die Kraft der Selbstdisziplin” geht in drei Schritten vor. Im ersten sensibilisiert Brian Tracy für die große Lebensplanung (nicht nehmen, was kommt, sondern wählen, was man will). Im zweiten zeigt er die Anwendung der “Erfolgsprinzipien” in beruflicher und finanzieller Hinsicht. Und im dritten Schritt zeigt Brian Tracy, wozu das alles gut sein soll und widmet sich dem “guten Leben.” Alles sehr lesefreundlich in kurze Kapitel aufgeteilt und ebenso flüssig wie unterhaltsam geschrieben und mit vielen guten Zitaten gespickt. Brian Tracys Mantra: Ziele setzen, bewusst leben und dann: Zähne zusammenbeißen und dran bleiben. Denn Beharrlichkeit (Disziplin) heißt, nicht nur laut Brian Tracy, das Ticket zum persönlichen Ziel. mehr
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Von Conceiao Fest, Hafencity Zeitung, 1.12.2011
“Wie wird man eigentlich Vorstand?” und “Red Hot Chilli Präsentationen. Mit mehr Pfeffer überzeugen” sind nur zwei der Themen, die beim sechsten Women’s Business Day in Hamburg präsentiert und diskutiert werden. Die ganztägige Veranstaltung, die am 23. Februar im Empire Riverside Hotel stattfindet, steht unter dem Motto “Verantwortung – Mut – Erfolg” und lädt engagierte Frauen aus unterschiedlichen Bereichen ein, sich informieren und inspirieren zu lassen. Die Forderung, mehr Top-Positionen mit Frauen zu besetzen, ist bekanntlich nicht neu, nimmt derzeit ind Deutschland aber erheblich an Schwung auf. Werden die Unternehmen den Anteil von Frauen in den Entscheidungsgremien freiwillig erhöhen, oder ist eine gesetzliche Frauenquote doch noch erforderlich? Bei dieser Veranstaltung geht es jedoch nicht um das theoretische “ob”, sondern um das praktische “wie” frau aufsteigen kann. mehr
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Verschlagwortet mit Networking, Veranstaltungen
Rechtstipp von Dr. Monika Schmidt, Rechtsanwältin/Fachanwältin für Arbeitsrecht, Dr. Matzen & Partner
Vor einigen Wochen hatte das Oberlandesgericht Karlsruhe zu entscheiden, ob ein Unternehmen weibliche Bewerber diskriminiert, wenn in einer Stellenanzeige ein „Geschäftsführer“ gesucht wird und sich aus dem Text nicht ergibt, dass auch Kandidatinnen angesprochen werden sollen.
Mit Urteil vom 13.9.2011 entschied das Gericht, dass der abgelehnten Bewerberin eine Entschädigung nach § 15 Abs. 2 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) in Höhe von rund 13.250 € zusteht. Ausschlaggebend war insoweit, dass die Stellenanzeige nicht geschlechtsneutral formuliert war. Dies stellt ein Indiz für eine Benachteiligung wegen des Geschlechts dar. Das Unternehmen hätte daher nachweisen müssen, dass das Geschlecht bei der Auswahlentscheidung überhaupt keine Rolle gespielt hat. Dieser Nachweis gelang jedoch mangels entsprechender Dokumentation des Auswahlprozesses nicht. Insbesondere reichte nicht der bloße Hinweis des Unternehmens, ein anderer (männlicher) Bewerber sei besser geeignet gewesen.
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In den USA ließ sich schon vor einigen Jahren eine interessante Entwicklung feststellen, die Kreise zieht: die Anzahl weiblicher CFOs in großen Unternehmen steigt stark an. Auch hierzulande scheinen immer mehr Unternehmen auf die Verbindung von Frauen und Finanzen zu setzen. Ein aktueller Neuzugang ist Silke Grimm, die beim Weltmarktführer im Kreditversicherungsgeschäft EULER HERMES zum neuen CFAO (Chief Financial and Administration Officer) bestellt wurde.
Hat man früher gerne mal geunkt: typisch, Frauen trifft man entweder in der Personalabteilung oder in der Buchhaltung, da sind sie weg vom Fenster, sind diese Bereiche heute ein gutes Beispiel dafür, wieso es hier besonders gut gelingt, geeignete Frauen mit entsprechender Erfahrung zu finden. Mit den Jahren ist hier eine im Vergleich zu anderen Unternehmensbereichen gut gefüllte Pipeline im gesamten Hierarchiesystem gewachsen.
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