Archiv der Kategorie: Forschung

Keine Spur von Geschlechter-Gleichheit in der Rechtswissenschaft, auch wenn seit Jahren mehr als die Hälfte der Jura-Studierenden Frauen sind. Eine Studie der Fern-Universität Hagen legt die Hürden, die Frauen auf dem Weg nach oben, bremsen, offen: eine männliche Fachkultur, lange Ausbildungszeiten und wenige akademische Karriere-Optionen.

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Keine Frage, die Startvoraussetzungen für Frauen haben sich in den letzten zwanzig Jahren enorm verbessert. Anfang der 90er, als meine Karriere in Schwung kam, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass wir uns im Jahr 2014 überhaupt noch mit dem Thema beschäftigen werden bzw. es intensiver denn je tun. Geschweige denn, dass ich zwei Bücher zu dem Thema schreiben würde. Nicht, weil ich nicht schreiben wollte, sondern weil ich (und auch die Experten) damals angenommen haben, das Thema Frauen in Führungspositionen hätte sich längst erledigt. Es ist anders gekommen und wir wissen heute: Aus Einstieg lässt sich nicht automatisch Aufstieg ableiten und die Hürde für Frauen ist nicht das Reinkommen, die Hürde ist das Hochkommen.

Nun ist wieder eine Studie erschienen, die – wer hätte das gedacht – auch die üblichen Erkenntnisse liefert. Lt. Staufenbiel-Studie sind es vor allem die Männerzirkel, eine nicht gelebte Diversity-Kultur und die anderen Prioritäten von Frauen, die den weiblichen Nachwuchs auf dem Weg nach oben ausbremsen.

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, auf einen einfachen Nenner gebracht: es liegt an Männern, Kindern und uns selbst. Es gibt in diesem Thema längst kein Erkenntnisproblem mehr, sondern ein Umsetzungsproblem, auf neudeutsch: eine knowing-doing-gap. Mit Studien scheinen wir die nicht schließen zu können.

 

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Helena Morrissey, CEO Newton Investment Management, will mehr Frauen in den britischen Chefetagen sehen und gründete 2010 den 30 % Club in London. Dennoch ist sie strikt gegen eine gesetzliche Quote, sondern setzt auf Freiwilligkeit und die Unterstützung männlicher CEOs und Promoter.

Eine neue Studie des Clubs räumt mit 10 Mythen auf: „At a launch event held in London today (18.3.2014), the 30 % Club released the findings of their latest research that undermines ten myths around how women progress to the top.

The 10 Mythbusters in the ‘Cracking the Code’ final report are as follows:

Myth 1 – Women don’t aspire to senior leadership roles

Myth 2 – Women don’t stick it out to make it to the very top

Myth 3 – Childrearing stops women getting to the top

Myth 4 – Women don’t get to the top because they lack confidence

Myth 5 – Women lack the leadership qualities needed at the top

Myth 6 – Women don’t’ have the networks that open doors to the top

Myth 7– Senior women leaders pull up the career ladder behind them

Myth 8 – High potential programmes are fast-tracking women

Myth 9 – Formal flexible working arrangements ease women’s route to the top

Myth 10 – The business case for gender diversity is working“

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Nach früheren Diskussionen um Fix- oder Flexi-Quote, Quote für Aufsichtsrat und/oder Vorstand, ist in Berlin die Entscheidung gefallen: Die Unternehmen im Gesamt-DAX müssen bei Aufsichtsratsneuwahlen ab 2016 eine Frauenquote von 30 Prozent einhalten.

Der Effekt: 99 Frauen müssten in die Aufsichtsräte der Dax30, MDax, SDax und Tec-Dax Unternehmen auf Aktionärsseite einziehen, sollte die Frauenquote – wie im Koalitionsvertrag geplant – umgesetzt werden. So das Ergebnis einer aktuellen Kienbaum-Analyse. Wenn die Frauenquote 2016 erstmalig greift, müssten die Unternehmen, die in diesem Jahr ihre Aufsichtsgremien neu wählen, Platz schaffen für 31 neue Aufsichtsrätinnen.

Zur Kienbaum-Pressemitteilung

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Das aktuelle Managerinnen-Barometer des DIW bringt es an den Tag: Zwar sind die Frauenanteile in Spitzenpositionen großer Unternehmen leicht gestiegen, die Top-Gremien sind aber immer noch fest in Männerhand. Zur DIW Pressemitteilung

Viel hat sich also nicht getan. Wir erinnern uns ans Frühjahr 2010. Damals verkündete die Telekom AG mit viel Medientamtam sie wolle der Männermehrheit im eigenen Management mit einer freiwilligen Frauenquote zu Leibe rücken. Ich erinnere mich noch an die Reaktionen auf diese öffentliche Selbstverpflichtung: Von völlig überflüssig bis längst überfällig. Es kam gehörig Druck in die dahindümpelnde Gender-Frage: Berliner Quotenhickhack um fixe oder Flexi-Quote, zwei Quoten-Gipfel mit Dax-Vorständen mit mal mehr, mal weniger vagen Verpflichtungen, Frauenförderprogramme, Gender Trainings usw.

Viel Lärm um nichts? Nein, im Gegenteil, wer kulturelle Veränderungen in Unternehmen durchsetzen will, braucht Beharrungsvermögen. Immer wieder muss gerüttelt werden, müssen Ziele justiert werden, müssen Gruppendenken und Gewohnheitshandeln aufgebrochen werden. Neue Wege zu gehen, ist anstregend und unsicher. Kurzfristiges Aufbrechen von Verhaltensmustern garantiert keinen dauerhaften Erfolg. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und eine Vorstandsfrau noch kein durchmischtes Topmanagementteam. Dran bleiben, ist die Kunst. Bei allen Beteiligten.

 

 

 

 

 

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wiwo.de: Junge Paare teilen sich den Haushalt, fallen aber mit den Jahren immer mehr in die traditionelle Rollenverteilung zurück. Die heutige Chancengleichheit von Frauen kann nur schwer an traditionellen Rollenmustern rütteln.
Immer Frauen studieren und machen Karriere. Im Berufsleben ziehen sie zunehmend mit Männern gleich und die traditionelle Rollenverteilung von der Frau am Herd und dem Mann im Büro scheint vorbei – zumindest unter jungen Eheleuten.

Knapp die Hälfte frisch geknüpfter Ehen setzt auf gemeinschaftlich geteilte Hausarbeit.

Im Laufe der Jahre fallen jedoch viele Paare in traditionelle Verhaltensmuster zurück. Das ergibt eine Studie der Soziologen Florian Schulz und Hans-Peter Blossfeld.

Beliebte Konstellation

Anhand des Bamberger Ehepaar-Panels, für das Ehepartner über Jahre hinweg befragt wurden, haben sie herausgefunden, dass sich die Rollenverteilung bei Ehen über die Zeit „traditionalisiert“. Dabei unterscheiden die Forscher zwischen traditionell und stark traditionell orientierten Paaren – also Haushalten, in denen der Mann arbeiten geht und nie einen Finger rührt, oder zumindest ein wenig der Frau im Haushalt zur Hand geht. Den ganzen Artikel lesen auf wiwo.de

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Die Diskussion um die gesetzliche Frauenquote hat in vielen Konzernen eine große freiwillige Selbstverpflichtungswelle in Gang gebracht, an der Umsetzung scheint es noch zu hapern. Folgt man der neuen Studie  ”Frauen im Management 2013” die der Darmstädter Wirtschaftsinformationsdienstleister Bisnode gerade veröffentlichte, so zeigt sich unter anderem ein Ergebnis: Je größer das Unternehmen und je höher die Hierarchieebene, desto geringer der Frauenanteil.

In Kooperation mit der Hochschule Osnabrück wurde dazu die berufliche Position von Frauen in 260.000 Unternehmen näher untersucht. „Unsere Studie zeigt für das Jahr 2013 bundesweit einen auffälligen Gegensatz zwischen der sehr engagierten Debatte um Zielmarken in den Führungsetagen der Unternehmen und der realen Entwicklung der letzten Jahre“, so Barbara Schwarze und Andreas Frey von der Hochschule Osnabrück. Mehr

 

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Minijobs und Teilzeit – eindeutig eine Frauendomäne. Die Frankfurter Karrierestudie „Die Illusion von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ der beiden Professorinnen Yvonne Ziegler und Regine Graml untersucht die Karriereperspektiven berufstätiger Mütter und belegt: Eine Erwerbspause kann leicht zum Karrierestopp führen, wenn der baldige Anschluss an die Arbeitssituation vor der Schwangerschaft nicht gelingt oder zumindest ein entsprechend gleitender Wiedereinstieg verbindlich vereinbart wird. „Kinder als Karrierehindernis, Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Herausforderung, fehlendes Zutrauen in die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft von Müttern – so beschreiben viele berufstätige Mütter ihre aktuelle Lage.

Zur Studie

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„Diese Frauen werden die Gesellschaft wachrütteln.“ Das war das Fazit der großen BRIGITTE Studie 2008. Jetzt, fünf Jahre später, wurden dieselben Frauen noch mal befragt. „Die jungen Frauen stehen gewaltig unter Druck“, so Prof. Jutta Allmendinger, die Leiterin der Studie, über eine Generation in der Zwickmühle. Zum Dossier auf brigitte.de

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Mit dieser Frage eröffnete der US-amerikanische Genderforscher und Autor Dr. Michael Kimmel gestern die 3. Mixed Leadership Conference von LeadingWomen in Hamburg. Seine gleichsam amüsante wie provokante Antwort: „Because men have it.“ Für Frauen beginne nach dem Job die zweite Schicht von Haushalt, Kinderbetreuung und mehr, Verpflichtungen, die die meisten Männer, vor allem Karrieremänner, nicht hätten. Männer hätten Privilegien, die Frauen nicht haben, so Kimmel, aber diese Privilegien sind ihnen gar nicht bewusst: „Privilege is invisible to those who have it. Making gender visible means making privilege visible.“ Davon wird nicht jeder Mann begeistert sein.

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