Archiv der Kategorie: At the Top

Das neue Jahr beginnt mit einem historischen Höchststand für Frauen in Top-Positionen. Nachdem nun auch die Allianz mit Helga Jung und die Deutsche Post mit Angela Titzrath ihre Vorstandsriegen umgebaut und für Frauen geöffnet haben, bekleiden 2012 erstmals zehn Frauen einen Vorstandsposten im wichtigsten Börsensegment. Es scheint sich etwas zu bewegen. Das Ergebnis des Quotendgeredes? Egal, entscheidend ist, dass allmählich Diversity-Einsicht in den Konzernen einkehrt und dort freiwillig auf Frauen gesetzt wird. Nur dann funktioniert der Gedanke von Vielfalt und nicht mit Druck und starren Quotenregelungen.

Mit guten Beispiel vorangehen, hat noch immer funktioniert, deshalb hier noch mal die acht Vorzeigekonzerne mit ihren zehn Vorzeigefrauen: Allianz (Helga Jung), BASF (Margret Suckale), Daimler (Christine Hohmann-Dennhardt), Deutsche Post (Angela Titzrath), Deutsche Telekom (Claudia Nemat, Marion Schick), E.ON (Regine Stachelhaus), Henkel (Kathrin Menges), Siemens (Brigitte Ederer, Barbara Kux)

Red.: Barbara Schneider, managerinnentalk.de

Ausführliche Berichte zu den neuen Vorstandsfrauen bei Allianz und Deutsche Post z.B. auf welt.de; ftd.de

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In den USA ließ sich schon vor einigen Jahren eine interessante Entwicklung feststellen, die Kreise zieht: die Anzahl weiblicher CFOs in großen Unternehmen steigt stark an. Auch hierzulande scheinen immer mehr Unternehmen auf die Verbindung von Frauen und Finanzen zu setzen. Ein aktueller Neuzugang ist Silke Grimm, die beim Weltmarktführer im Kreditversicherungsgeschäft EULER HERMES zum neuen CFAO (Chief Financial and Administration Officer) bestellt wurde.

Hat man früher gerne mal geunkt: typisch, Frauen trifft man entweder in der Personalabteilung oder in der Buchhaltung, da sind sie weg vom Fenster, sind diese Bereiche heute ein gutes Beispiel dafür, wieso es hier besonders gut gelingt, geeignete Frauen mit entsprechender Erfahrung zu finden. Mit den Jahren ist hier eine im Vergleich zu anderen Unternehmensbereichen gut gefüllte Pipeline im gesamten Hierarchiesystem gewachsen.

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Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg über Frauen und ihre Selbstzweifel als größte Aufstiegsbarriere. Im Unternehmen Facebook hängt ein Plakat: “Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?” Darum geht es für Frauen, sagt Sandberg: “Lassen Sie nicht zu, dass Ihre Sehnsüchte von Ihren Ängsten besiegt werden. Lassen Sie die Hindernisse, denen Sie im Berufsleben begegnen – und es wird sie geben -, äußerliche Hindernisse sein, nicht innerliche.” Ein sehr lesenswertes Porträt im SZ-Magazin.

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“Ohne Frauen fehlt der Technik was”, sagt Petra Mayrhofer, Initiatorin des Projekts. Das hat der Deutsche Ingenieurinnenbund (dib) zum Anlass genommen, die 25 einflussreichsten Ingenieurinnen Deutschlands auszuzeichnen. Darunter Top-Führungsfrauen wie Ines Kolmsee, Vorstandsvorsitzende der SKW Stahl Metallurgie AG, oder Rita Forst, Mitglied des Vorstands der Adam Opel AG.

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Dr. Katarzyna Mol, Verlegerin der Zeitschrift Emotion, hat mit dem Kauf des defizitären Frauen-Magazins von Gruner und Jahr vor zwei Jahren alles auf eine Karte gesetzt

Von Stefani Bilen, SAAL ZWEI:

SAAL ZWEI: Frau Mol, Sie haben mehr als eine Million Euro investiert, um die Zeitschrift „Emotion“ bei Gruner und Jahr herauszukaufen und auf eigene Rechnung weiterzuführen. Wie kommt man angesichts sinkender Auflagen unter den Frauen-Magazinen auf eine solch riskante Idee?

Katarzyna Mol: Emotion ist so positioniert, dass sie die moderne, intelligente Frau erreichen will. Wir verzichten auf ein Mode-Ressort und decken Themen rund um das Persönliche, Partnerschaft und Job ab. Wir wollen Frauen inspirieren, noch glücklicher zu sein, und sie ermutigen, ihre Stärken und Potenziale zu nutzen. Wir zeigen im Heft Frauen, die damit bereits erfolgreich sind. Damit bieten wir ein spitz ausgerichtetes Konzept, für das wir damals wie heute gute Chancen sehen. Wir besetzen eine Marktlücke.

Angesichts der Fülle an Frauen-Titeln fällt es schwer, das zu glauben. Welche Erfolge konnten Sie seit dem Management-Buyout im Dezember 2009 verbuchen?

Unsere verkaufte Auflage liegt bei 60.000 Heften, wir konnten sie bei einem höheren Copy-Preis von 4,80 Euro stabilisieren. Das ist eine gute Basis, die wir weiter steigern wollen. Wir bekommen häufig Leserbriefe, in denen sich Frauen positiv über unser Konzept und unsere Themen äußern. „Endlich mal eine intelligente Frauenzeitschrift“, lesen wir häufiger.

Sie zeigen jeden Monat einen Promi auf Ihrem Titelblatt. Ist das ein Verkaufsgarant?

Im Moment sind wir noch auf bekannte Gesichter angewiesen. Für uns ist es eine enorme Herausforderung, unsere Zielgruppe am Kiosk zu erreichen – wir sind einfach noch nicht bekannt genug. Wenn wir neben anderen Frauen-Zeitschriften platziert werden, freut uns das. Häufig liegen wir immer noch in der Psychologie-Ecke, neben Blättern wie Gehirn & Geist. Hier findet uns keine Leserin, die ein spannendes Frauen-Magazin kaufen will. Das liegt daran, dass wir früher bei Gruner und Jahr ein Psychologie-Titel waren. Insofern brauchen wir bekannte Frauen auf dem Cover. Dennoch wollen wir uns künftig nicht nur auf die A-Promis auf dem Cover konzentrieren. Wenn wir unsere Auflage um 10.000 bis 15.000 Hefte gesteigert haben, werden wir auch unbekannte Frauen auf die erste Seite bringen. mehr

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Nachdem Kathrin Menges beim Düsseldorfer Dax-Unternehmen Henkel in den Personalvorstand berufen wurde, steigt die Zahl der Vorstandsfrauen im Dax auf sieben bzw. acht mit der designierten Marion Schick, die 2012 – ebenfalls als Chefpersonalerin – zur Telekom stößt. Das Ressort Personal scheint eine Renaissance zu erfahren, war es doch eine zeitlang als eigenständiges Vorstandsressort von der Bildfläche verschwunden und wurde vom CEO oder CFO mitbetrieben.

Obwohl man sich eigentlich über jede Frau im Topmanagement der Dax-Konzerne freuen sollte, regen sich jetzt mit  Menges, die die fünfte Spitzenpersonalerin im Dax ist, erste Bedenken und die Freude fällt verhalten aus. Die Financial Times Deutschland zitiert Birgit Kerstens vom Deutschen Juristinnenbund mit den Worten: ”Natürlich begrüßen wir jede Frau, die in den Vorstand eines DAX-Unternehmens einzieht. Aber wir würden uns wünschen, dass Frauen auch mal andere Funktionen als die des Personalvorstands übernehmen.” 

Das kann man so sehen oder anders. Personal ist ja gerade der Bereich, in dem auch auf Leitungsebene eine recht ausgewogene Gender Balance herrscht, die Pipeline also gut gefüllt ist bis hoch in die zweite Ebene. Kein Wunder, dass es hier besonders leicht fällt, entsprechende Frauen zu finden. Insofern sind diese Pionierfrauen im Personalvorstand doch ein gutes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, kontinuierlich und konsequent einen ausgewogenen Gender Mix auf jeder Managementebene zu verfolgen.

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Interview mit Dr. Viktoria Kickinger, siebenfache Aufsichtsrätin und Gründerin von INARA. Von Barbara Schneider, managerinnentalk.de 

BS: Frau Dr. Kickinger, Sie haben 2009 die Initiative „Neue Aufsichtsräte Austria“ (INARA), ein Wissen-, Informations- und Serviceportal rund um den Aufsichtsrat, ins Leben gerufen und waren von dem großen Interesse überrascht. Was hat Sie dazu bewogen, inara.at zu gründen?

© Doris Kucera für Österreichische Post

VK: Ich bin selbst in mehreren Aufsichtsräten tätig. Vor drei Jahres ist eines „meiner“ Unternehmen in eine veritable Krise gestürzt, da wurde mir so richtig bewusst, wie alleine ein Aufsichtsrat in einer Krisen-Situation dasteht. Berater zu beauftragen geht nicht mehr, wenn kein Geld mehr da ist, sie zu bezahlen; Bücher sind zum Zeitpunkt des Erscheinens schon unaktuell, und und und… Damals habe ich renommierten Anwälten und Wirtschaftsprüfern sowie einer großen deutschen D&O Versicherung vorgeschlagen, eine online-Wissensdatenbank zu gründen – sie haben alle sofort zugesagt. Daraus wurde gewissermaßen der ADAC für Aufsichtsräte: Wissen, Information, Versicherung, Zugang zu Experten, tägliche News, Service – alles, was ein Aufsichtsrat braucht und hier kompakt findet. 

BS: In Deutschland wird zurzeit viel über eine Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände diskutiert. Was halten Sie von der Quote?

VK: Ich warne vor einem Trugschluss: Die EU setzt sich stark für mehr Frauen in Verwaltungsräten ein; das sind gewissermaßen Vorstandspositionen mit ausgeweiteten Kompetenzen Richtung Unternehmensüberwachung, eine Mischform Vorstand/Aufsichtsrat. Nun nur die Aufsichtsrätinnen herauszugreifen und mehr davon zu fordern, ist etwas zu kurz gegriffen: ich kann nicht mehr Primarärzte fordern, wenn ich nicht ausreichend Oberärzte habe. Also muss alle Kraft für Frauen in Vorstands- und Geschäftsführungspositionen aufgewendet werden, dann kann man auch den Druck in Richtung Aufsichträtinnen verstärken. Aber das geht dann ohnedies von alleine.

BS: Vor zwei Monaten bin ich in den Aufsichtsrat eines mittelständischen Hamburger Unternehmens berufen worden. Ihre wichtigsten Tipps? mehr

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Wer denkt, nur Männer seien gegen die Quote, irrt gewaltig. Immer mehr Frauen und vor allem diejenigen, die selbst in Toppositionen sind, halten die Absicht der Politik, eine gesetzliche 30-Prozent-Quote für Frauen einzuführen, für unrealistisch und unternehmensfremd. Vielleicht sollte der nächste Quotengipfel in Berlin mal mit denjenigen abgehalten werden, die davon betroffen sind, und mit mindestens 30 Prozent Frauen. Gemischte Gremien zu fordern ist eine Sache, sie zu besetzen eine andere.

Quotengegnerinnen sind zum Beispiel:

Die neue IBM Deutschland-Chefin, Martina Koederitz, will keine Quote. Interview  Handelsblatt

Henkel Chef-Auseherin Simone Bagel-Trah über ihre Abneigung gegen die Frauenquote. Interview Rheinische Post

SAP-Vorstand, Angelika Dammann, hält nichts von Frauenquoten. Interview kurier.at

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Von Führungscoach und Buchautorin Dr. Barbara Schneider, www.2competence.de

Zwanzig Jahre ist es her, als das amerikanische Autoren-Duo Patricia Aburdene und John Naisbitt den „Megatrend Frauen“ ausrief. Seitdem beschäftigen sich Medien, Politik, Wissenschaft in schöner Regelmäßigkeit mit Frauen in Führungspositionen bzw. mit den dort immer noch fehlenden Frauen. Und was ist mit der Wirtschaft selbst? Wenn sie jetzt nicht handelt, wird für sie gehandelt, droht die Kanzlerin. Appelle dieser Art gab es schon genug. Auch der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder kam zu der späten Einsicht, dass in der Vergangenheit zu wenig getan wurde für die Frauenförderung. Tja, erst Gedöns, dann das Geständnis. Also unterzeichneten Bundesregierung und Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft 2001 eine Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern. Die, so heißt es jetzt aus Berlin, zeige vor allem eins: Papier ist geduldig. Da fragt man sich natürlich, wieso wartet man zehn Jahre für diese Feststellung und hat zwischendurch keiner bei den Wirtschaftsmächtigen mal nachgehakt?

Bessere Gender-Balance durch gesetzliche Gießkannenquote?

Nichts soll sich geändert haben, sagen die, die das Glas grundsätzlich halbleer sehen. Halbvoll betrachtet sollte eigentlich kein Zweifel daran bestehen, dass sich die Startchancen für Frauen in den letzten beiden Jahrzehnten enorm verbessert haben: noch nie gab es so viel qualifiziertes weibliches Führungspotenzial und -personal in der Pipeline wie heute. Einzig der Schritt ins Topmanagement großer Unternehmen bleibt nach wie vor der schwierigste. Da weder Vereinbarungen noch Frauenförderung geholfen haben, den Weg an die Spitze zu ebnen, scheinen einige zum Äußersten bereit, damit endlich auch die Gender-Balance in Aufsichtsräten und Vorstandsetagen stimmt. mehr

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Gerade hat die Financial Times wieder die 50 Top-Businessfrauen der Welt nominiert, darunter auch Ines Kolmsee, CEO von SKW Stahl-Metallurgie. Im Interview mit FT’s Richard Edgar spricht sie über ihre Rolle als einzige Vorstandschefin in einem börsennotierten Unternehmen (S-Dax) und ihre Arbeit für die Generation CEO. Zum Video (Englisch, 6 Min.)

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