Archiv der Kategorie: At the Top

Wer denkt, nur Männer seien gegen die Quote, irrt gewaltig. Immer mehr Frauen und vor allem diejenigen, die selbst in Toppositionen sind, halten die Absicht der Politik, eine gesetzliche 30-Prozent-Quote für Frauen einzuführen, für unrealistisch und unternehmensfremd. Vielleicht sollte der nächste Quotengipfel in Berlin mal mit denjenigen abgehalten werden, die davon betroffen sind, und mit mindestens 30 Prozent Frauen. Gemischte Gremien zu fordern ist eine Sache, sie zu besetzen eine andere.

Quotengegnerinnen sind zum Beispiel:

Die neue IBM Deutschland-Chefin, Martina Koederitz, will keine Quote. Interview  Handelsblatt

Henkel Chef-Auseherin Simone Bagel-Trah über ihre Abneigung gegen die Frauenquote. Interview Rheinische Post

SAP-Vorstand, Angelika Dammann, hält nichts von Frauenquoten. Interview kurier.at

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Von Führungscoach und Buchautorin Dr. Barbara Schneider, www.2competence.de

Zwanzig Jahre ist es her, als das amerikanische Autoren-Duo Patricia Aburdene und John Naisbitt den „Megatrend Frauen“ ausrief. Seitdem beschäftigen sich Medien, Politik, Wissenschaft in schöner Regelmäßigkeit mit Frauen in Führungspositionen bzw. mit den dort immer noch fehlenden Frauen. Und was ist mit der Wirtschaft selbst? Wenn sie jetzt nicht handelt, wird für sie gehandelt, droht die Kanzlerin. Appelle dieser Art gab es schon genug. Auch der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder kam zu der späten Einsicht, dass in der Vergangenheit zu wenig getan wurde für die Frauenförderung. Tja, erst Gedöns, dann das Geständnis. Also unterzeichneten Bundesregierung und Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft 2001 eine Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern. Die, so heißt es jetzt aus Berlin, zeige vor allem eins: Papier ist geduldig. Da fragt man sich natürlich, wieso wartet man zehn Jahre für diese Feststellung und hat zwischendurch keiner bei den Wirtschaftsmächtigen mal nachgehakt?

Bessere Gender-Balance durch gesetzliche Gießkannenquote?

Nichts soll sich geändert haben, sagen die, die das Glas grundsätzlich halbleer sehen. Halbvoll betrachtet sollte eigentlich kein Zweifel daran bestehen, dass sich die Startchancen für Frauen in den letzten beiden Jahrzehnten enorm verbessert haben: noch nie gab es so viel qualifiziertes weibliches Führungspotenzial und -personal in der Pipeline wie heute. Einzig der Schritt ins Topmanagement großer Unternehmen bleibt nach wie vor der schwierigste. Da weder Vereinbarungen noch Frauenförderung geholfen haben, den Weg an die Spitze zu ebnen, scheinen einige zum Äußersten bereit, damit endlich auch die Gender-Balance in Aufsichtsräten und Vorstandsetagen stimmt. mehr

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Gerade hat die Financial Times wieder die 50 Top-Businessfrauen der Welt nominiert, darunter auch Ines Kolmsee, CEO von SKW Stahl-Metallurgie. Im Interview mit FT’s Richard Edgar spricht sie über ihre Rolle als einzige Vorstandschefin in einem börsennotierten Unternehmen (S-Dax) und ihre Arbeit für die Generation CEO. Zum Video (Englisch, 6 Min.)

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Managerinnentalk: Frau Peschl, Sie haben die Werte und Denkmuster von Frauen und Männern im Topmanagement untersucht. Wer hat denn nun ein höheres Wertebewusstsein?

Karin Peschl: Zumindest sehen Frauen im Top Management einiges anders.

MT: Aha. Und was?

Karin Peschl: Topmanagerinnen haben eine äußerst sensible Antenne bezüglich der gelebten Moral und stehen dem Thema sehr kritisch gegenüber. Sie sprechen Ihre Meinungen sehr deutlich und direkt aus, sprechen offen über Missstände; auch im eigenen Umfeld, ohne Scheu vor Selbstkritik. Die „Wir-AG“ statt der „Ich-AG“ steht im Vordergrund der Betrachtung. Beziehungen zum Umfeld, zwischenmenschliche Aspekte und Verantwortung bestimmen die persönliche „Werte DNA“

MT: Das Genderthema hat zurzeit ja Hochkonjunktur. Sind das Initiativen zur Imageaufbesserung oder wollen Ihre Auftraggeber wirklich mehr weibliche Bewerber sehen?

Karin Peschl: Die allgemeinen Diskussionen haben den Stein sicherlich ins Rollen gebracht. Die Motive der Entscheidungsträger sind sekundär. Wichtig ist, dass Frauen in Führungssituationen kommen und somit den Prozess stärken und beschleunigen. Ich kann durchaus bestätigen, dass meine Auftraggeber/innen immer mehr nach weiblichen Kandidatinnen fragen.

MT: Was empfehlen Sie Bewerberinnen, worauf sollten Sie beim Interview achten?

Karin Peschl: Mit Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen die Kenntnisse und die gewonnenen Erfahrungen darstellen und verkaufen. Bescheidenheit und „understatement“ sind im Bewerbungsinterview fehl am Platz. Frauen neigen oft dazu, Ihre Kenntnisse als selbstverständlich anzusehen und betonen Bereiche wo sie noch nicht sattelfest sind. Entscheidend ist auch ein authentischer Auftritt. Eine klare Darstellung seiner Person unterstützt die Glaubwürdigkeit und ist vertrauensbildend. Diese Person wirkt sympathisch,  ist selbstbewusst und hat Ausstrahlung.

 Karin Peschl ist Managing Partner bei Signium International; Download der Studie Ehrbarer Kaufmann_Ehrbare Kauffrau als pdf

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Women to watch: Angelika Dammann (SAP), Brigitte Ederer (Siemens), Barbara Kux (Siemens), Regine Stachelhaus (E.ON)– derzeit die vier Frauen, die in der ersten Liga der Wirtschaft spielen und einen Vorstandssessel in einem DAX-30-Konzern besetzen. Vier von rund 200 Posten, nicht viel, aber immerhin ein Anfang. Geht doch! So unterschiedlich und individuell die Karrierewege und Lebensläufe dieser Vier sicherlich sein werden, eins haben sie auf jeden Fall gemeinsam: eine lange Laufbahn. Denn Blitzkarrieren sind selten, auch bei Männern.

Im SZ-Magazin spricht die Journalistin Sonja Banze mit Regine Stachelhaus, durfte viele „Frauenfragen“ stellen und war beeindruckt, „wie gut sie die Männer im Griff hat“. Das ganze Interview

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ManagerinnenTalk.de: Frau Traude-Stopka, Sie waren 10 Jahre Vorstand der Douglas-Holding AG. Wie wird man das?

Gabriele Traude-Stopka: Ja, wie wird man das? Zum einen muss man in jedem Fall Kompetenz und  Leistungswillen mitbringen, zum anderen gehören aber auch Förderer dazu und eine gute Portion Selbstmarketing und zwar auf eine authentische Art und Weise. Als ich in die Douglas-Gruppe kam, hatte ich schon einige Karriere-Schritte in verschiedenen Unternehmen hinter mir und verfügte dementsprechend über einen Sack voller Managementerfahrung. Viel Freude machte mir auch, dieses Wissen in meine erste Geschäftsführungsposition bei Douglas einzubringen. Meine Fähigkeit, Teams zu formen und zu motivieren, sowie mit Optimismus und Durchsetzungsvermögen die jeweiligen Ziele des Unternehmens zu erreichen, haben dazu beigetragen, dass ich in den Fokus unseres damaligen Vorstandsvorsitzenden rückte und dann die Chance bekam, in den Vorstand der Douglas Holding AG einzutreten. Und da habe ich zugegriffen.

MT: Immer wieder liest man, dass die männlichen Strukturen, die Old-Boys-Netzwerke Frauen auf dem Weg nach oben ausbremsen. Wie war das für Sie?

GTS:  Ich gehöre zu den Leuten, die über die Old-Boy’s-Netzwerke bisher mehr hörten, als selbst betroffen zu sein. In meiner beruflichen Laufbahn hatte ich, mit einer Ausnahme, ausschließlich männliche Vorgesetzte und nie Probleme weiter zu kommen auf der Karriereleiter. Ganz im Gegenteil: ich denke immer wieder mit Freude und Dankbarkeit an mindestens vier Vorgesetzte zurück, die für mich nicht nur Chefs waren, sondern Mentoren, die mich gefördert und gefordert haben. Diese Herren hatten Vertrauen in meine Fähigkeiten und Leistungen und gaben mir die Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln. Sie übertrugen mir mehr Verantwortung, oder setzten mich in höhere Positionen und mehr als einmal hatte ich das Gefühl, ins kalte Wasser geworfen worden zu werden. Schwimmen musste ich dann allerdings selbst! mehr

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Auch bei Männern sind Blitzkarrieren eher selten. Vier Vorstandsfrauen – Angelika Dammann (SAP), Brigitte Ederer (Siemens), Barbara Kux (Siemens) und Regine Stachelhaus (E.ON) – zählt man aktuell im exklusiven Club der rund 185 Dax-Vorstände. So individuell ihre Karrierewege gewesen sein mögen, eins weisen sie alle auf: eine lange Laufbahn, in der sie sich bestimmt durch so manchen Männerzirkel gekämpft haben werden. Gratulation, geht doch! Lesen Sie mehr

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