Archiv der Kategorie: Karriere-Impulse

Von Martina Goy/Foto: Fabricius

Ex-Managerin Barbara Schneider berät karrierewillige Frauen. Aktuelle Studien zeigen, dass nur 3,2 Prozent der Führungskräfte weiblich sind.

Ob sie nicht endlich ein zweites Buch schreiben wolle, hat der Verlag kürzlich wieder einmal nachgefragt. Aber so weit ist die Autorin noch nicht. “Wenn ich etwas veröffentliche, muss ich eine These haben”, sagt Barbara Schneider, 53. “Ich möchte nicht einfach nur drauflos schreiben, weil sich Frauenthemen gerade gut verkaufen.”

Typisch möchte man da sagen. Statt unbekümmert “Ja” zu rufen und dem Lockruf des Geldes zu folgen, achtet Frau auf Qualität und Inhalt. Eine erfolgreiche Karrieristin dagegen würde das nicht tun, wenn sie denn ihre Lektionen in Sachen Geschlechterkampf gelernt hat. Oder ist das nicht eine der Kernaussagen in “Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf”, das es nach seinem Aufstieg in die Sachbuch-Bestsellerlisten 2009 nun schon in die siebte Auflage geschafft hat?

Barbara Schneider lacht. “Erwischt”, sagt sie. “Aber das eine schließt das andere nicht aus. Lesen Sie noch einmal genau nach. Ohne Qualität schafft es auch der beste Netzwerker nicht bis ganz nach oben”. Der ganze Artikel

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MT: Frau Wolff, Sie waren 15 Jahre als Geschäftsführerin in der Ingenieurbranche, einer Männerdomäne, unterwegs. Welche Erfahrungen oder Erkenntnisse können Sie weitergeben?

Christine Wolff: Zunächst einmal empfehle ich, beruflich das zu machen, was einen interessiert und  Spaß macht. Nur dann wird man Erfolg haben.  Wenn man überwiegend mit Männern zusammen arbeitet, empfehle ich Frauen, ihre antrainierte Höflichkeit und Harmoniesucht abzulegen und sich nicht dauernd zu entschuldigen. Vor allem im Zusammenhang mit möglichen Beförderungen und Gehaltsverhandlungen sollten Frauen ihre Bescheidenheit über Bord werfen. Ich wünsche mir auch, dass Frauen öfter die Hand heben und sagen: Ich will Geschäftsführerin werden. Denn weibliche Eigenschaften werden im Berufsleben immer wichtiger: Frauen suchen Konsens, vermitteln, arbeiten gemeinsam. Sie sind stark engagiert, motivierend und daher perfekt geeignet für die Führungsetage.

MT: Zwar sind die Hälfte der Hochschulabsolventen mittlerweile Frauen, bei den Ingenieurwissenschaften sieht es dagegen mau aus, der Anteil beträgt gerade mal 25 Prozent. Eine Erklärung?

CW: Viele Frauen arbeiten immer noch lieber mit Menschen als mit Maschinen. Ich rate den jüngeren Frauen, frühzeitig über Praktika in technischen Berufen Erfahrungen zu sammeln und sich über diese spannende Branche zu informieren. Der Anteil motivierter junger Frauen, die die Herausforderung Technik annehmen und ihre eigene feminine Sichtweise mit einbringen steigt. Und das ist auch notwendig! Schließlich sind die Kunden der Technikwelt auch Frauen, z.B. sind mehr als 40 Prozent der Kunden in der Autobranche weiblich.

MT: Drei Impulse, die Sie Frauen mit auf dem Karriereweg geben möchten:

 1. Reden Sie über Ihre Erfolge – kein Tiefstapeln. 2. Machen Sie sich einen Namen – die Branche sollte Sie als kompetente Person kennen, und 3. Lassen Sie sich niemals die Butter vom Brot nehmen. mehr

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Fachkompetenz und Leistung sind nicht die einzigen Erfolgskriterien, auch wenn bei vielen Frauen dieser Glaube ganz tief sitzt. „Natürlich muss man eine erstklassige Performance im Business abliefern, aber Können und Leistung müssen in der Unternehmensöffentlichkeit auch dargestellt, kommuniziert und gut verkauft werden“, sagt Karriereberaterin Barbara Schneider. Hier haben Frauen noch Nachholbedarf.

Wer Karriere machen will, muss das kontinuierlich kommunizieren. Und nicht nur an die eigene Führungskraft. Im Unternehmen hat man immer mehrere karriererelevante Vorgesetzte. Frauen denken fälschlicherweise, man wird ihnen schon ein Angebot machen, wenn sie soweit sind, und bleiben stumm. Männer folgern daraus, die will nicht weiterkommen oder sie traut sich das nicht zu. Gerade Frauen sollten immer wieder Klartext über ihre Karriereziele reden, wo sie hin wollen, was sie sich als nächsten Schritt vorstellen. mehr

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Dieser Frage ging letzte Woche das ZDF auslandsjournal in New York, Basel und dem Oman in einer interessanten Sendung nach. Darin bezeichnet sich z. B. die Hedgefonds-Managerin Renee Haugerud als “Blickkontakt-Kämpferin”, wenn männliche Kunden in Verhandlungen mal wieder ihren Mitarbeiter statt sie anschauen. Mehr zum Phänomen des Bodytalks, den Frauen bewusster einsetzen sollten, können Sie auch in dem PETRA Artikel Meine Herren, das können wir doch auch nachlesen.  Und René Mägli, Geschäftsführer von MSC Basel, stellt nur noch Frauen ein. An seiner reinen Frauenfirma schätzt er vor allem das höhere Kostenbewusstsein und dass keine Kraft in Machtspielen verpufft. Chapeau, Monsieur Mägli, sagen Sie’s weiter! Link zur Sendung

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Eine gesetzliche Quote für die operative Unternehmensführung muss man oder frau sich wohl aus dem Kopf schlagen, anders sieht es bei den Aufsichtsräten aus. Aus jahrelangen Appellen werden langsam Drohungen und der Druck auf die Unternehmen wächst. Norwegen hat es vorgemacht: einen Frauenanteil von 40 Prozent in den Aufsichtsräten vorgeschrieben und mit hohen Sanktionen gedroht, wenn Unternehmen die Quote nicht erfüllen, und siehe da: geht doch und die norwegische Wirtschaft ist auch nicht zusammengebrochen. Da kommt die Initiative von Dr. Rolf Dahlems, Partner bei Signium International, ”100 Frauen in die Aufsichtsräte” gerade recht. Kontakt für qualifizierte Kandidatinnen, die an einer Aufnahme in den Pool interessiert sind: 100-frauen-in-die-aufsichtsraete@signium.de

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Mehr Leistungs- und Selbstinszenierung: Wenn es um die eigenen Bremsen und Blockaden von Frauen geht, steht mangelndes Selbstmarketing ganz oben auf der Liste. Frauen tun sich immer noch schwer mit dem Thema und rühren zu wenig die Werbetrommel in eigener Sache. Wie wichtig es ist, aufzufallen und seine Ergebnisse auch zu zeigen, bringt Gertrud Höhler in Ihrem Erfolgstipp auf den Punkt:

“Erfolg ist, was folgt. Man kann sich nicht zum Ziel setzen, man wolle erfolgreich sein. Das ist Quatsch. Man muss auffallen, sich unterscheiden in einer Weise, dass die anderen sagen: Hoppla, das hat mir genutzt. Andere müssen profitieren. Das macht ein gutes Stück von Erfolg aus. Man muss Ergebnisse zeigen, so entsteht Loyalität, und der Erfolg entwickelt ein Eigenleben.” Unternehmensberaterin und Buchautorin Getrud Höhler im Interview mit Andrea Seibel, DIE WELT

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