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Erschienen auf abendblatt.de

Kaum ein Punkt auf der Unternehmensagenda ist so bedroht von der Versandungsgefahr wie der vom Wandel zu mehr Frauen in Führung. Einige werden einwenden, die Chancen für Frauen hätten sich doch enorm verbessert. Stimmt. Doch der Einstieg ist nicht das Problem – die Hürde ist der Aufstieg.

Keine Frage, die Auswahl von Führungskräften ist eine komplexe Selektionsaufgabe. Wir hatten noch nie so viel weibliches Führungspotenzial und -personal wie heute. Wer ein Unternehmen mit mehr Frauen auf allen Führungsebenen formen will, muss immer wieder den Takt vorgeben.

Insbesondere in Großunternehmen ist der interne Markt von entscheidender Bedeutung. Man kennt sich nicht nur aus offiziellen Zirkeln, sondern von gemeinsamen Kaminabenden oder Golfturnieren und nimmt sich gegenseitig mit nach oben. Viele Karrieren werden auf diesen Hinterbühnen vorbereitet, auf denen mehrheitlich Männer agieren. Oben wird bestimmt, wer aufrückt. Ein unternehmensübliches Vorgehen, das Soziologen mit dem Ähnlichkeitsprinzip beschreiben: Man wählt jemanden aus (in aller Regel unbewusst), der dazu passend und vertraut erscheint. Das Motiv hinter dieser „gefühlten“ Ähnlichkeit: das hohe Unsicherheitsrisiko, das im Managementalltag herrscht, zu reduzieren oder der Glaube beziehungsweise Irrglaube, man könnte es dadurch reduzieren. Dass dadurch manch hoffnungsvolles Talent – weiblich wie männlich – übersehen wird, wundert nicht.

Es liegt auf der Hand, dass derart einseitiges Bevorzugen nicht zwangsläufig den Interessen des Unternehmens dient und oftmals die Falschen bevorzugt werden. Noch immer bleiben viel zu viele kompetente Frauen (ja, und Männer) unter dem Radar. Nur wenige haben den Mut und das Interesse, an den Strukturen zu rütteln, denn der Weg des geringsten Widerstands ist in Unternehmen so beliebt wie der Jakobsweg bei Sich-selbst-Entdeckern. Nehmen Sie sich den kanadischen Premierminister Trudeau zum Vorbild. Seine Antwort auf die Frage, wieso er die Hälfte seines Kabinetts mit Frauen besetzt hat: „Because it’s 2016.“ Packen Sie es an!

Dr. Barbara Schneider ist Coach, Autorin und Vortragsrednerin, 2competence.de

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Es ging um mehr als nur um Jobtipps vom Präsidenten. In seiner  Rede vor der Graduating Class der Howard University appellierte Barack Obama an die jetzige Generation, sie sei bestens positioniert, Veränderungen bei Dauerbrennern wie Gender Pay Gap und Diversity, weiter durchzusetzen. Allein das Bewusstsein für Change würde nicht reichen, es braucht Aktion. So ist es, wir haben gerade was die Frauenfrage betrifft kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem.

Mehr dazu von Stacey Gawronski auf themuse.com, dort kann man auch die ganze Rede sehen.

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Erfolg beginnt im Kopf. Wer kennt den Satz nicht, aber Achtung, in der „Problemzone“ zwischen den Ohren sitzt auch gern unser größter Gegner. Wie Sie sich nicht alles von sich selbst gefallen lassen, hat die Psychologin und Expertin für Leistung und Wohlbefinden Ilona Bürgel auf manager-magazin.de klug zusammengefasst.

Eins sollten wir noch bedenken. In einer Zeit der Beschleunigung wollen wir natürlich, dass alles ruckzuck geht, sind Instant-Erkenntnisse und Sofortveränderungen sehr beliebt. Deshalb: Mit dem Lesen allein ist es nicht getan, das Erfolgsmittel: sich herantasten, ausprobieren,  üben, üben, üben. Veränderung braucht Wiederholung und die Disziplin des Dranbleibens. Probieren Sie es aus und ersetzen Sie regelmäßig negative Gedanken durch „Glücksinterventionen“.

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Dass Frauen und Männer anders kommunizieren, ist kein Geheimnis. Wir sprechen eine Sprache und haben doch jede Menge Kommunikationsbarrieren. Dabei geht es nicht darum, Unterschiede glatt zu bügeln, sondern sich bewusster zu machen.

Dr. Barbara Schneider ist Management-Coach und Autor. Im exklusiven Interview mit Athenas spricht sie über Frauen in Führungspositionen, über männliche und weibliche Kommunikationsmuster und über ihre interessanten Vorträge.

Frau Dr. Schneider, Sie haben sich auf Karrieremanagement für Frauen spezialisiert. Welche Hürden stellen sich Frauen auf dem Karriereweg?

Hierzu ist unendlich viel geforscht und ganze Bibliotheken geschrieben worden. In der Quintessenz sind es drei: die männlich geprägten Managementstrukturen, die Vereinbarkeitsthematik sowie frauenspezifische Bremsen wie z. B. die weibliche Scheu vor Selbstmarketing. Anders ausgedrückt: Männer machen es uns nicht leicht, Kinder machen es uns nicht leicht und wir uns selbst manchmal auch nicht.

Sie sagen, dass „Fleißiges Bienchen sein“ nicht ausreicht um als Frau in Führung zu gehen. Wieso ist das so?

So höher jemand kommt – egal Frau oder Mann – umso stärker steht sie oder er im Rampenlicht und unter Dauerbeobachtung, müssen die unterschiedlichsten kommunikativen Bewährungsproben gemeistert werden. Neben Fach- und Führungskompetenz wird die Bedeutung von Auftrittskompetenz, das Image, der Ruf, der einem vorauseilt, und Relationship-Kompetenz immer wichtiger. Ohne Verbindungen und Verbündete kommt keiner nach oben. Sie brauchen Befürworter und dürfen kein unbeschriebenes Blatt sein.

Sie sprechen in einem Ihrer Vorträge über männliche und weibliche Kommunikationsmuster. Worum geht es in dem Vortrag?

Es gilt nicht nur anderes Land, andere Sprache, sondern auch anderes Geschlecht, andere Sprache. Wir sprechen eine Sprache und haben doch jede Menge Kommunikationsbarrieren. Nicht dass die Verständigung innerhalb der Geschlechter immer gelingt, aber manchmal scheint der Verständigungsgraben zwischen Frauen- und Männerwelt am größten, was sich zusammengefasst auf den Nenner bringen lässt: Männer wollen sich messen, wollen gewinnen, Frauen wollen gemocht werden. Die einen sprechen Konkurrenzsprache, in der sich alles um „Ich weiß es“ dreht. Die anderen Beziehungssprache, in der es vor allem um ein Miteinander auf Augenhöhe geht. Bei den Unterschieden geht es nicht um gut oder schlecht, richtig oder falsch, sondern um Bewusstheit für diese Unterschiede. Und da Frauen sich nun mal in einer von Männer geprägten und dominierten Businesswelt bewegen, kann es nicht schaden, das System zu verstehen. Kapieren, nicht 1:1 kopieren, darum geht es.

Sie sind auf Frauen im Management spezialisiert. Wen sprechen Sie mit Ihren Vorträgen an? Wer sind Ihre Zuhörer?

Weibliche und männliche Führungskräfte genauso wie Führungsnachwuchskräfte, ich bin auch in vielen Universitäten unterwegs, Personaler, Topmanagerinnen- und Manager. Frauen und Männer, die verstehen und etwas verändern wollen für sich und im Unternehmen. Dabei geht es auch um die sog. „unconscious bias“ – die unbewusste Voreingenommenheit, sich darüber bewusst zu werden und den eigenen Mindset zu reflektieren.

Wann ist ein Vortrag für Sie persönlich erfolgreich?

Wenn die Zuhörerinnen und Zuhörer Aha-Erlebnisse haben, wenn Sie ein, zwei Punkte mitnehmen, an denen sie dranbleiben. Wir haben ja in der Thematik kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem. Ich hätte Anfang der 90er, als meine Karriere in Schwung kam, im Traum nicht daran gedacht, dass wir uns im Jahr 2016 immer noch mit dem Thema „Frauen in Führungspositionen“ befassen. Heute wissen wir, der Weg ist schwieriger und langwieriger als damals angenommen, auch wenn sich ohne Frage die Startvoraussetzungen für Frauen enorm verbessert haben. Die Hürde ist nicht mehr das Reinkommen, aber immer noch das Hochkommen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Wie komme ich zu einer neuen Idee? Woher kommen Inspirationen? Die erfrischende Dusche oder das stille Örtchen spielen dabei zwar eine Rolle, sollten aber eher als Metapher für einen Ort des Nichtstuns gesehen werden. Auf Knopfdruck kreativ zu sein, funktioniert kaum. Der erste Schritt heißt Vorbereitung: Sich Input und Impulse holen durch z. B. Lesen, Beobachten von Branchen, Netzwerken und Austauschen, was ich gerne als Beiseitegehen bezeichne. Für Schritt 2 ist dann unser Unterbewusstsein zuständig. Dort erfolgt die Verarbeitung der gesammelten Informationen. 3. Schritt: Langsam bekommen wir eine Vorahnung – die Idee formt sich. 4. Schritt: Heureka! Der zündende Gedanke ist gefunden! Und dann geht es an die Umsetzung – proof of concept! Schritt 5: Überprüfung der Idee. Wir wissen erst hinterher, ob eine Idee wirklich gut war, ob wir noch daran feilen und einen neuen Anlauf nehmen müssen.

Lesen Sie mehr über vielversprechende Ideenbeschleuniger und Kreativitätstechniken auf sueddeutsche.de

 

 

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Erschienen im „Hamburger Abendblatt“ vom 2./3.1.2016

Bekanntlich beginnt selbst die längste Reise mit dem ersten Schritt, aber die letzten Meter sind meistens auch nicht ohne. Egal, ob auf dem überfüllten Jakobsweg (der „Hape-Effekt“, benannt nach dem Buch von Moderator und Entertainer Hape Kerkeling, „Ich bin dann mal weg“) oder dem Karrieremarsch, der Weg nach oben ist schwierig und steinig – für Männer und erst recht für Frauen.

Die Luft soll dünn sein in den oberen Regionen, der Gegenwind bläst einem kalt ins Gesicht, die Stakeholder sitzen einem im Nacken. Ich mache mir keine Sorgen darüber, ob Frauen Vorstand können, sondern schon eher darüber, ob sie wollen. „12- bis 14-Stunden-Tage, bin ich eigentlich verrückt?“ Die zeitliche Dauerverfügbarkeit scheint nach wie vor (oder mehr denn je?) das Eintrittsticket in die Chefetage zu sein. Das zu verändern, daran arbeiten wir, verkünden die Unternehmen alle Jahre wieder. Es ist wie mit den berühmten guten Vorsätzen an Silvester: Verkünden ist eine Sache, umsetzen eine andere. Es gibt keine Wunderwaffe – wir müssen machen, durchhalten und dranbleiben. Wieso wir in diesem Thema immer wieder neu ansetzen, hat auch damit zu tun, dass Wechsel in Spitzenpositionen stattfinden, ein neues Leadership-Team an Bord kommt, das Gender diversity nicht mit der gleichen Intensität verfolgt und andere Prioritäten im Unternehmen setzt. Prompt ist man wieder in der alten Schiene. Plötzlich stagniert der Frauenanteil oder fängt an zu sinken. Noch ist der männliche Managermarkt nicht leer gefegt. mehr

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Ein Kommentar von Barbara Schneider

Absagen und Ablehnung gehören zum Unternehmensalltag, etliche gute Vorschläge werden versenkt oder tauchen später unter anderem Namen wieder auf. Ziele zu haben und sie zu verfolgen, ist sinnvoll. Etwas um jeden Preis zu wollen, ist kontraproduktiv. Wenn sich eine Tür partout nicht öffnen will, hat das möglicherweise seinen Grund, den wir im Moment nicht sehen können oder wollen, was sich aber oft als Vorteil entpuppt. Wie oft haben Sie schon gesagt: „Wie gut, dass das damals nichts geworden ist mit …“?

Mit dem viel beschworenen Los- oder Lockerlassen meine ich natürlich nicht, bei der kleinsten Schwierigkeit das Handtuch zu werfen und aufzugeben. Zwischenschritte gehören genauso zum beruflichen Vorwärtskommen wie Karrieresprünge. Trauern Sie einer Absage nicht zu lange hinterher. Es gehört zum Berufsalltag und zum Aufstieg erst recht, dass wir die eine oder andere Zurückweisung in Kauf nehmen und überwinden lernen. Versuchen Sie es an Nebeneingängen oder Hintertüren mit Ihren Ideen und Vorhaben. Und wenn es dort auch nicht klappt: Auch andere Häuser haben schöne Türen.

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Von der Position, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Frauen in Spitzenpositionen angekommen sind, bin ich längst abgerückt und ich hätte mir Anfang der 90er, als damals meine Karriere in Schwung kam, nicht träumen lassen, dass wir uns im Jahr 2015 immer noch mit Frauen bzw. zu wenig Frauen in Führungspositionen beschäftigen.

Die Hürde für Frauen ist zwar längst nicht mehr das Reinkommen, aber immer noch das Hochkommen. Nun tritt 2016 die Quote für die Aufsichtsräte in Kraft. Da auch die Politik weiß, dass Papier geduldig ist und Muster und Mentalitäten sich nicht von heute auf morgen verändern, wurde die begleitende Initiative „Chefsache. Wandel gestalten – für Frauen und Männer“ mit Angela Merkel als Schirmherrin ins Leben gerufen.

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Kommunikation ist die Königsdisziplin im täglichen Miteinander, und nicht selten kommt es zu Missverständnissen und Konflikten. Kommen Ihnen solche Sätze bekannt vor? „Bei der Kollegin ist Hopfen und Malz verloren.“ „Da kennen Sie meinen Chef nicht, der reißt mir den Kopf ab.“ „Bei den Bremsern da oben, wie soll man da die Deadline einhalten.“ Das sind nur einige Beispiele, wie ich sie in Unternehmen höre. Konflikte scheinen zuzunehmen. Kein Wunder bei der globalen Gemengelage aus veränderter Arbeitswelt, zunehmender Arbeitsbelastung und Zeitdruck, Verlagerung von Arbeitsplätzen und Übernahmen. Oder wie es neudeutsch gerade aktuell ist: Arbeiten im VUCA-Umfeld: volatility (Flüchtigkeit), uncertainty (Unsicherheit), complexity (Komplexität) und ambiguity (Widersprüchlichkeit).

Jeder Mensch hat seine eigene innere Landkarte, auf deren Basis er die Welt wahrnimmt. Und diese ganz eigene Wahrnehmung pflegen wir, interpretieren, was das Zeug hält und gehen unbewusst davon aus, dass die anderen so „ticken“ wie wir. Was sonst!? Es gibt in der Kommunikation aber keine Wahrheit, sondern nur persönliche Wahrnehmung. Was für den einen „sonnenklar“ ist, kommt für den anderen „überhaupt nicht in die Tüte“. Wir schütteln den Kopf, reagieren mit Unverständnis. Oder eben mit Kritik und Konflikt. Zweifel und starre Denkstrukturen machen uns blind für die Position und Motivation des Anderen. mehr

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Buch der Woche: “Wie wir sind“ von Vincent Dreary. Rezension von Oliver Ibelshäuser, managementbuch.de

Vincent Deary hat mit „Wie wir sind“ eines der ungewöhnlichsten und besten Bücher über „Gewohnheiten und Veränderungen“ der letzten Jahre geschrieben. Psychotherapeut Deary braucht keinen 10-Punkte-Plan und keine griffigen Tipps, um Ihnen den Sprung in einen neuen Lebensabschnitt schmackhaft zu machen“. Er motiviert Sie mit Geschichten, Zitaten und vor allem guten Argumenten aus Wissenschaft und Forschung, nicht im „Gestern“ zu verharren, wenn große Aufgaben anstehen: „Ich widme mich der Vorstellung, dass Menschen besser werden, was ihre Lebenseinstellung angeht, besser in dem, wer sie sind und besser darin, das Leben mit Anstand, Humor und Mut zu meistern“.

In zwei Akten zum Happy End im eigenen Film

Ganz gleich, welche Veränderungen anstehen: Trennung vom Partner, eine neue Arbeitsstelle, Umgang mit einer Krankheit: Deary findet die passenden Worte, um Sie mit ihren Ängsten und offenen Fragen dort abzuholen, wo Sie sich aktuell befinden. Der Autor berichtet dabei selbstverständlich aus den Erfahrungen der Psychotherapie. Deary ist aber auch ein Kulturliebhaber und schlägt immer wieder die Brücke zu Sequenzen aus Dramen und Filmen. Das liest sich nicht nur sehr gut, sondern passt perfekt zum Thema: Denn auch wichtige Veränderungen finden in zwei Akten statt: „Verharren“ und „Verändern“ – die Dramaturgie nahezu aller Hollywood-Streifen gibt auch die Gliederung in diesem Buch vor. mehr

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