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Ein Kommentar von Barbara Schneider, Hamburger Abendblatt v. 23.12.2017

Heute ist der letzte Tag des Vorweihnachtstrubels, dann haben Sie es geschafft. Und Sie nehmen sich vor: Nächstes Jahr wird alles anders.

Doch Vorsicht, von allein ändert sich nichts. Alles bleibt beim Alten, wenn wir nicht lernen loszulassen und Platz zu schaffen für Neues. As sich anhört wie aus der Esoterikecke, ist ein effektives Führungsinstrument namens Delegation, das im Führungsalltag gerne vernachlässigt wird. Wieso? Die Motive sind unterschiedlich. Manche Führungskräfte handeln aus Unsicherheit: „Kann ich meinen Leuten noch mehr zumuten? Sie stöhnen doch schon über zu viel Arbeit. Ich möchte nicht, dass sie denken, ich schaffe das nicht oder dass sie an meiner Kompetenz zweifeln. Was ist, wenn Müller das besser bewältigt als ich?“ Andere überschätzen sich selbst: „Bis ich das jemanden erklärt habe, habe ich es schnell selbst gemacht. Ich habe doch sowieso nicht den richtigen Mitarbeiter für diese Aufgabe. Nur was ich selbst mache, wird wirklich erledigt.“

Machen Sie ruhig weiter mit dem Mikromanagement, aber dann beschweren Sie sich auch nicht, wenn Ihnen keine freie Minute für wesentliche Dinge bleibt und Ihr Chef sich wundert, wieso Sie die erwarteten Veränderungen und Verbesserungen immer noch nicht in Angriff genommen haben. Und seien Sie nicht überrascht, wenn sich Ihre Mitarbeiter aus Mangel an Motivation in die innere Kündigung zurückziehen oder demotiviert das Weite suchen. Mitarbeiter wollen ihr Potenzial entfalten und in ihrer Fachkompetenz erkannt und anerkannt werden. Führungskraft zu werden heißt aucht, etwas lassen zu können – vor allem alte, lieb gewonnene Aufgben, um Kraft an der richtigen Stelle einzusetzen. Getreu einem bekannten Denkspruch aus dem Führungsalltag: „Nicht nur die Dinge richtig tun, auch die richtigen Dinge tun.“

Delegieren bedeutet aber nicht, ungefiltert Aufgben und Aufträge den Mitarbeitern auf den Schreibtisch zu kippen. Gutes Delegieren braucht gute Vorbereitung. Das ist das Einmaleins: Was – Wer – Wie – Warum – Wieso? Welche Aufgabe oder Teilaufgabe soll delegiert werden? Wer ist die oder der Richtige für den Job und weshalb? Welche Vorstellungen habe ich für die Umsetzung, welche der Mitarbeiter? Was braucht es noch? Welche Zwischengespräche planen wir ein, in welchen Abständen? Welche Bedeutung hat die Aufgabe oder das Projekt? Was wollen wir damit erreichen? Wie sieht der Zeitplan aus?

Da kommen mir die Zeilen des deutschen Dichters Eugen Roth in den Sinn: „Ein Mensch sagt – und ist stolz darauf – es geh‘ in seinen Pflichten auf. Bald aber, nicht mehr ganz so munter, geht er in seinen Pflichten unter.“ Nehmen Sie sich für das neue Jahr mehr Delegieren vor und bleiben Sie konsequent dran.

2competence.de

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Irgendwann in den Achtzigern waren Besprechungen keine Besprechungen mehr, sondern Meetings. Trainings rund um das Thema war im Trend. Heute werden immer noch ständig Meetings abgehalten – bedauerlicherweise sind Seminare dazu so gut wie vom Markt verschwunden. Ich nehme an, weil heute jeder meint, ein Meeting leiten zu können, schließlich sitzt man ja täglich in mehreren. Es wird „gemeetet“, was das Zeug hält, auch wenn der Begriff längst zum Synonym für Zeitverschwendung geworden ist. Studien belegen, dass nur 20 Prozent der befragten Arbeitnehmer mit der Meetingkultur ihres Arbeitgebers zufrieden sind. 65 Prozent der Arbeitnehmer sahen sich durch die Vielzahl der Meetings in ihrer Produktivität behindert. Aber: Meckern kann jeder, besser machen ist die Kunst.

Gerade als Führungskraft gehört ein professionelles Meeting-Management zum Handwerkszeug. Machen Sie Schluss damit, dass in unglaublich vielen Meetings unglaublich viele Menschen mit Smartphones und Tablets sitzen, die sich langweilen und von der Arbeit abgehalten werden. Man hetzt von einem Meeting zum nächsten, schnell wird das nächste Meeting angesetzt und reflexartig akzeptiert. MMAS nennen das die Amerikaner: Mindless Meeting Accept Syndrome – ein unbewusster Reflex, jede Meetingeinladung unhinterfragt anzunehmen. Meetings sind Statussymbol: Je mehr, desto wichtiger. Wie Power-Point-Präsentationen sind Meetings zur Plage geworden. Und doch: Jeder schimpft über sie, aber alle machen mit.

Wenn sie denn sein sollen, dann gilt umso mehr: Vorbereitung ist die halbe Miete. Dazu sollte vorher einiges überlegt werden: Informations- oder Entscheidungsmeeting? Wozu soll das Meeting gut sein? Wollen Sie die Teilnehmer informieren oder gemeinsam an Ideen und Lösungen arbeiten? Daran orientieren sich Teilnehmerkreis – so viel wie nötig, so wenig wie möglich – und Zeitrahmen. Wer bringt die entsprechende Fach- oder Entscheidungskompetenz mit? Können einzelne Teilnehmer zu bestimmten Zeit abgerufen werden? Informieren Sie die Teilnehmer rechtzeitig und ausreichend über Sinn, Zweck und Inhalte.

Braucht es eine Sitzordnung? Wieso eigentlich sitzen, wieso nicht mehr stehen? Wer Besprechungen leitet, steuert allerhand Aufgaben. Dazu gehört es auch, Abschweifungen oder Monologe zu stoppen, Unterbrechungen zu unterbinden, Schweigsamere gezielt zu ermuntern. Für Entscheidungs- oder Brainstorm-Meetings gilt es, Arbeitsziele zu definieren, Maßnahmenkataloge – wer macht was bis wann – festzulegen und Realisierung nachzuhalten. Und in Sachen Zeitbudget sollte der Leiter streng sein: Pünktlich beginnen, Sitzungszeit einhalten. Es darf auch gerne früher Schluss sein, darüber freut sich jeder. 

Artikel erschienen auf abendblatt.de

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Nach drei Monaten Online-Dating ist meine Freundin auf Männerdiät. Ich mache jetzt eine Informationsdiät – und komme zum Thema, schließlich geht es hier um Berufliches.

Tagtäglich kämpfen wir mit Terminstress, Datenflut und Multi-Erwartungen. Und Firmen bieten unterschiedlichste Maßnahmen an, die die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter schützen und unterstützen sollen. Vom Ruheraum bis zum Lunch Beat, dem Tanzen in der Mittagspause. Trotzdem bleibt bei jedem die Eigenverantwortung, diese Angebote auch zu nutzen.

Und dabei stellt man oft fest: Es ist immer schwer, die zu kriegen, die es wirklich nötig haben. Die in einem „Weiter so“-Automatismus feststecken und manchmal von mir als Coach wissen wollen, wie es trotzdem geht. „Tag und Nacht arbeiten“, schlage ich dann gerne vor. Nicht ernst gemeint, aber der erste Schritt liegt oft in der Erkenntnis, dass es in unserem Leben tatsächlich Dinge gibt, die nicht machbar sind. Dass wir uns erlauben müssen, „Stopp“ zu sagen statt zu hoffen: Irgendwann muss doch Schluss sein, muss mein Chef doch merken, dass ich kurz vorm Zusammenbruch bin.

Den ganzen Artikel lesen auf abendblatt.de

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In Top-Positionen ist Präsenz nicht entscheidend. Was zählt sind Führungsinstrumente wie Delegation, Kommunikation, Ergebnisorientierung und Selbstmanagement, bestätigt Ursula Nicola-Hesse vom audit berufundfamilie.

„Kind oder Karriere – bis vor wenigen Wochen sah es so aus, als löse sich dieser Widerspruch in der deutschen Arbeitswelt allmählich auf.

Die Kinderlosigkeit der Deutschen und das wachsende Familienbewusstsein in Unternehmen und Organisationen gehörten zu den gesellschaftspolitischen Top-Themen. Die Arbeitsaufnahme der neuen Bundesregierung stellt diesen Kulturwandel nun jedoch in Frage: Ministerinnen, Minister und ein Direktor der Europäischen Zentralbank kündigten an, neben ihren Ämtern auch Zeit für ihre Familien reservieren zu wollen – sei es durch eine flexible Lage der Arbeitszeit, Home Office oder gar den Wechsel des Arbeitsplatzes.“

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Wie war ich, Liebling? Management-Kolumne von Barbara Schneider, erstveröffentlicht in DIE WELT/KARRIEREWELT vom 09. Juni 2012

Der Tag fängt nicht gut an, denkt Marion, zu enger Rockbund, zu enger Terminkalender. Am liebsten würde sie das Mittagessen mit Hoffmeister, dem neuen Marketingmann, ausfallen lassen. Sie checkt kurz die Prioritäten – Was ist dringend? Was ist wichtig? – und beschließt, dass es schließlich wichtigere Dinge gibt als das dringend fällige Diätprogramm. Die Beziehungsmaschinerie will bedient werden. „Konzentrier‘ dich in der ersten Zeit vor allem aufs Kontakte knüpfen, dich kreuz und quer zu verdrahten, das ist das A und O im neuen Job“, hatte der Gatte ihr damals beim Führungswechsel eingeimpft und sie prompt einen Kurs zur Entwicklung ihrer Relationship-Kompetenzen (klingt teurer als Kontakte, war es auch) gebucht. Lieber mal die Letzte an der Bar als immer die Erste im Büro, so die simple Botschaft des Netzwerkroutiniers. Saufen für die Karriere sei damit natürlich nicht gemeint. „Da sollte man vorsichtig sein, gerade als Frau“, pflegte der Profi zu sagen. Mit Hoffmeister ging es natürlich nicht an die Bar, sondern in den „Goldenen Löffel“, so der Spitzname für die Führungskreis-Kantine. Members only!

Hoffmeister hebt gleich groß an , schwadroniert über Strategien und gibt den Gendertrainierten. „Mehr Frauen im Management, ganz mein Reden, female factor – ein absolutes Muss für uns Marketingprofis.“ Er hörte nicht auf sie zu hofieren. „Frau Kollegin, wir sollten die gemeinsamen Themen unbedingt auf dem Radar behalten.“ Ich dich auch, schoss es Marion durch den Kopf.

Die ganze Kolumne lesen auf welt.de

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Buch der Woche: “Ausgetickt: Lieber selbstbestimmt als fremdgesteuert” von Lothar Seiwert. Rezension von Wolfgang Hanfstein: managementbuch.de

Die Ursache für Stress und Burn-out ist nicht zuviel Arbeit, sondern der falsche Job

Arbeiten bis zum Umfallen. Immer mehr und immer schneller. Und wer richtig gut ist im Job, dem wird einfach noch mehr Arbeit aufgebrummt. Dieselbe Überlastung in der Freizeit. Mein Haus, mein Auto und so weiter. Abhilfe versprechen Seminare und Ratgeber zum Thema Selbst- und Zeitmanagement. Wie organisiere ich mich so,dass ich alles auf die Kette kriege? Mitten hinein in diese Debatte platzt Lothar Seiwert mit seinem neuen Buch „Ausgetickt“. Ausgerechnet der sogenannte „Zeitmanagement-Papst“ will von Zeitmanagement-Tools, von all den Tricks und Hilfen, nichts mehr wissen. Denn, so seine Überzeugung, es geht nicht darum, wie viel und wie lange wir arbeiten. Sondern darum, ob wir fremd- oder selbstbestimmt arbeiten.

Eine 60-Stunden-Woche kann stressfreier sein, als eine 38-Stunden-Woche

„Tut mir leid, ich habe mich getäuscht. Wir müssen alle Abschied vom Zeitmanagement nehmen, wenn wir wieder Zeit haben wollen.“ Wenn einer so radikal die Grundlage seiner Arbeit (und seines Einkommens!) über den Haufen schmeißt, muss er Gründe haben. Bei Lothar Seiwert heißen diese Gründe Erfahrung, Neugier und Mut. Die Leitfrage mehr

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